Andis Kolumne

Alles aus dem alltäglichen Wahnsinn des Auto- und Tuninglebens. Müsst ihr nicht ganz ernst nehmen, könnt ihr aber. Jedenfalls ist das die Seite auf der es wenig Bilder gibt und viel zu lesen. Allen die jetzt noch nicht abgeschreckt sind, wünsche ich viel Spaß. 


The Fall of the rising Sun

INFINITi geht und viele andere sind schon weg

Ich gebe es zu, ich bin bekennender Japaner-Fan. Nicht nur weil ich seit 30 Jahres Kampfsport mache und sich bei mir zuhause Ninja und Samurai Filme stapeln, nein ich bin auch Fan von japanischen Autos und besaß derer schon fast eine Hand voll. Das klassische Duell aus Fast & Furious, American Muscle gegen (japanischen) Import finde ich sehr spannend, vor allem weil es aus beiden Ländern immer schon bezahlbare Spaßbüchsen ohne Ende gab. Doch der Spaß hört langsam auf und wenn man heute auf die Modellpalette des ein oder anderen japanischen Hersteller guckt, kommt einem das nackte Grauen. 

Doch beginnen wir bei unserer Überschrift. Infiniti verlässt den westeuropäischen Markt wohl bereits in wenigen Monaten. Während sich Otto-Normalautofahrer gerade fragt „Was bitte ist Infiniti“ bringt es diese Frage auch gleich auf den Punkt. In der Zulassungsstatistik 2018 von statista.com ist Tesla mit 1.905 Zulassungen im Jahr 2018 der letzte „extra aufgeführte“ Fahrzeughersteller. Alle die noch weniger haben, sind unter „sonstige“ zu finden. Zum Vergleich, VW, als Spitzenreiter kommt auf 643.518 Fahrzeuge. Infiniti ist dann wohl unter „Sonstige“. Noch deutlichere Zahlen? Im Juli 2018 hatten z.B. Infiniti Q50, Mitsubishi Lancer und Lexus LC jeweils 5 Neuzulassungen (Quelle Auto-Motor-Sport). 

 

Drehen wir das Rad zurück in meine Jugend. Wenn man „back in the days“ zum Japaner-Händler gegangen ist, dann haben die Augen junger Männer geleuchtet und das obwohl wir so ganz ohne Fast & Furious noch nicht mal mit dem Skyline Virus infiziert waren. Aber wenn wir damals zu Mazda gegangen sind gab es den MX-3, den MX-5, den MX-6 und den RX-7. Von günstig bis Supersportler, sage und schreibe 4 Spaßautos alleine von Mazda, von den MPS Modellen gar nicht zu reden, der Autogott habe sie selig. Der MX-3 war dann auch mein erster 6-Zylinder und ich habe ihn fast 4 Jahre gehegt und gepflegt. Bei Toyota gab es mit dem „armen Leute Ferrari“ MR2 sogar einen waschechten Mittelmotorsportwagen für kleines Geld, die Celica und natürlich auch die Supra. Bei Mitsubishi fand man den Eclipse, den 3000GT und irgendwann auch den Evo. Die kleinen Honda CRX machten den GTi`s das Lebens schwer, die Integras waren schon fast kompromisslose Sportwägen und der NSX rundete das Ganze nach oben ab. 

 

Was aber ist geblieben? Beim Mitsubishi Händler, sofern man denn überhaupt noch einen findet traut man seinen Augen nicht. Praktisch, ökologisch, unauffällig könnte das Motto sein. Die letzte Emotion ist ein Name, der Name „Eclipse“, ein Traditionsname für viele Mitsubishi Fans der leider an ein weiteres der zahllosen und irgendwie auch gesichtslosen SUV`s verliehen wurde. Als ehemaliger Evo Fahrer drückt es mir wirklich die Tränen in die Augen. Beim ewigen Evo Konkurrenten Subaru kämpft der WRX STi wohl seinen Todeskampf und der BRZ ist ja irgendwie auch nur ein GT86. Das sind wir auch schon bei Toyota. Der GT86 ist tatsächlich einer der Letzten seiner Art. Bezahlbar, 200 PS Coupe, geile Strassenlage. Verkauft sich - vermutlich nicht sonderlich (laut GT86 Forum im oben genannten Juli 2018 immerhin 37x, wohlgemerkt der GT86 und der BRZ zusammen!!!!) oder wieviele GT86 habt ihr in letzter Zeit gesehen? Die neue Supra (oder DER, wie es ja jetzt heißt) wird vermutlich auch kein Bestseller sondern mehr Imageprojekt für Toyota. Bei Kaufpreisen jenseits der 60.000 Euro für einen zweisitzigen Roadster mit Z4 Geruch dürfte die Klientel überschaubar sein. Dennoch, schön, dass sich Toyota überhaupt noch traut! Mein Lieblingsjapaner - Nissan  - kämpft seit gefühlten Ewigkeiten mit dem in die Jahre gekommenen Z einen Kampf, den man nicht mehr gewinnen kann. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Saugmotoren und ich hatte selber schon einen Z aber nach dem 350 war der 370er nur sanfte Evolution und zu wenig Revolution. Wer will einen Spoiler- und optisch kraftstrotzenden 2-Sitzer mit Nismo Emblem wenn einem selbst Kompaktsportler vom Schlage eines Ford Focus ST schon um die Ohren fahren, vor allem wenn in den Ford auch noch 5 Leute rein passen und ein paar Kästen Bier?! Klar es gibt noch den GT-R, aber der ist nicht mehr der Jüngste und wie auch der Honda NS-X für Normalsterbliche unbezahlbar. Bleiben noch der Honda Civic-Type R und ausgerechnet vom Kleinwagen Bastler Suzuki der quirlige Swift Sport. 

 

Aus den glorreichen Zeit ist also aus meiner Sicht nicht wirklich viel sportliches und spaßiges übrig geblieben was eine Pilgerreise zum Japaner-Händler meines Vertrauens lohnend macht. Eine Klasse höher hat Acura, die Luxusmarke von Honda schon gar nicht erst versucht in Deutschland Fuß zu fassen. Infiniti streicht, um wieder den Bogen zur Überschrift zu finden, gerade seine Segel. Wirklich schade, ich war noch vor wenigen Jahren bei der Eröffnung des Infiniti Design Centers in London eingeladen. So viel Pläne und auch gute Autos aber es hat wohl nicht sollen sein. Bleibt Lexus, als Letzter, der tapfer die rot-weiße Fahne hoch hält. Immerhin haben Lexus und Toyota ja schon vor langer Zeit mit den Hybrid- und Elektro Themen einen Pfad eingeschlagen, welcher bei unserer politischen Ausrichtung vielversprechend sein müsste. Ob da auch weiterhin Platz für emotionale Flitzer wie den RC-F oder den LC bleibt wäre zu hoffen. 

 

Am Ende der Fahnenstange bleibt die Frage warum es ist wie es eben ist und die Antwort fällt wohl vielschichtig aus. 1. Die Zeit für (Volks-) Coupes und Cabrios scheint abzulaufen. War das Coupe oder das Cabrio in den 90ern noch der feuchte Traum von so ziemlich jedem jungen Mann und vieler junger Mädels, so scheint dem deutschen Kunden heute das „Sport“ in Sport-Utility-Vehicle zu reichen. Warum in einen Zweisitzer quetschen, wenn man im ach so sportlichen Muttitransporter ja auch noch den Rücken schont? Hersteller stellen eben her um zu verkaufen und wenn sich ein Eclipse-Cross eben besser verkauft wie ein echter Eclipse, dann kann man dem Hersteller per se auch keinen Vorwurf machen. Das betrifft ja nicht nur die Japaner sondern auch viele andere Hersteller. 2. Der Wahn um die nächste Umweltvorschrift treibt nicht nur den deutschen Endkunden in den Wahnsinn, sondern auch so manchen Hersteller. Und auch wenn wir Deutschen gerne denken wir wären der moralische Kompass der Welt, so habe ich doch eine schlechte Nachricht: Es gibt andere, größere und wichtigere Märkte als Europa im allgemeinen und Deutschland im Besonderen und es gibt andere Menschen die anders denken und die sich absolut null und nichtig für unsere isolierte Meinung der Weltenrettung auf Kosten der letzten arbeiteten Menschen interessieren. Wenn ein Land oder ein halber Kontinent nur noch kopflos einer Ideologie folgen braucht man sich nicht wundern wenn Hersteller irgendwann keine Lust mehr auf diesem Kindergarten hoch 10 haben. Autos in kleinen Stückzahlen, Spartenwägen und Spaßautos lohnen sich daher immer weniger, denn die Homologation für Deutschland bzw. Europa lohnt sich sicher erst ab bestimmten Stückzahlen, vor allem wenn die Umweltvorschriften gefühlt alle drei Wochen geändert werden und keiner mehr ganz genau weiß, welcher Wahnsinn den Weltverbesserern in good old Germany demnächst wieder einfällt. Wir bringen uns damit nicht nur um Auswahl und breites Angebot, sondern auch um Arbeitsplätze und Zukunftshoffnungen. Aber wenn es am Ende nur noch ein Auto für alle gibt, haben ja zumindest die Älteren aus dem Osten Deutschlands schon Erfahrung damit. Vielleicht sollte man eben jene öfter zu Wort kommen lassen und auf sie hören?!

Ich beenden diesen Artikel mit dem Satz, den ich allen Jungs und Mädels und Gendersternchen unter 25 immer sage: Kauft euch jetzt euer Traumauto, denn in ein paar Jahren ist hier endgültig Schluss mit lustig, wenn es so weiter geht. Wenn ich persönlich träumen darf hätte ich gerne einen neuen Evo und einen neuen Z und weniger Blitzer bei mehr Vernunft. Bitte, danke und sayonara! 

Text: Andreas Leffler, Bilder: Andreas Leffler, Ralf Eberhardinger


Automobile Zukunft

Warum ich Elektroautos nicht mag, Elon Musk aber für einen der allerletzten großen Geister unserer Zeit halte

Als Medium der Automobilbranche ist es auch für uns wichtig zu überlegen und zu recherchieren wo es mit der Mobilität der Zukunft hingehen kann und soll. Auch wenn wir oft Witze über Ökowahn und Elektroautos machen, zum lachen ist uns schon lange nicht mehr und zu klar haben wir auch, jenseits von Co2 Steuer und Klimanotstands-Hybris vor Augen, dass es so nicht ewig weiter gehen kann. Ich will heute auch ausnahmsweise an dieser Stelle nicht über mein Lieblingsthema in diesem Zusammenhang sprechen, das wahre Übel, welches der Erde den Gar ausmachen wird, egal wie, womit und mit was wir fahren - die Überbevölkerung. Ich bleibe strikt bei der Mobilität von heute und von morgen, versprochen! 

 

Die erste Wahrheit ist, dass wir bereits in einer Zukunft leben, in der sich die Versprechen der Vergangenheit nicht erfüllt haben. 1930 hatte der sogenannte „Jahrhundertökonom“ John Maynard Keynes bereits eine Wochenarbeitszeit von 15 Stunden für 2030 voraus gesagt. Goldene Zeiten also, Freizeit und Familienglück dank der Industrialisierung. Wie sehr er sich geirrt hat, brauche ich nun nicht extra zu erwähnen und die 70 Wochenstunden in denen ein Kind in der dritten Welt unsere Turnschuhe zusammen klebt oder die rund-um-die-Uhr Erreichbarkeit dank Smartphone und E-Mail des braven deutschen Middle-Management-Workaholic wären hier nur Beispiele jenseits des Autothemas. Auf jeden Fall ist Marty McFly schon vor 4 Jahren in der Zukunft angekommen und wir haben weder Hoverboards noch selbst-bindende Schnürsenkel. 

Den Krebs haben wir übrigens auch nicht besiegt aber dafür jede Menge Zivilisationskrankheiten geschaffen. 

Ihr denkt ich schweife ab, doch das tue ich nicht. Ich nähere mich den letzten großen Geistern einer geistlosen Welt an. Peter Thiel, Mitbegründer von Paypal und damit ja bereits ein Mann im direkten Umkreis von Elon Musk soll es in folgenden Worten zusammen gefasst haben: 

 

„Wir wollten fliegende Autos, was wir bekamen, waren 140 Zeichen“. 

 

Dieser Satz wurde sogar zum Slogan seiner Wagniskapitalfirma und in einem Essay stellte er die alles entscheidende Frage: Was ist mit der Zukunft passiert? Die 140 Zeichen beziehen sich natürlich auf die 140 Zeichen Nachricht von Twitter. Und was ich denke? Ich denke er hat recht! Nach dem Ableben von Steve Jobs haben wir nicht mehr viele große Geister über, ich meine große Geister die unsere Welt verändern. Die Zukunft von damals, die Gegenwart von heute besteht vor allem aus geistlosen Apps und sozialen Netzwerken mit denen sich schnell Geld verdienen lässt und praktisch Werbung schalten lässt. Jeff Hammerbacher, ein früherer Facebook Mitarbeiter soll es in folgendem Satz zusammen gefasst haben: Die hellsten Köpfe meiner Generation denken darüber nach, wie man Leute dazu bringt auf Anzeigen zu klicken“. (Quelle: Buch Elon Musk, Tesla, Paypal, SpaceX). 

Kommen wir also zur Mobilität der Gegenwart und der Zukunft. Seit ich denken kann fahren wir mit Benzin bzw. Diesel Autos. Das Gute ist, der Verbrauch der Fahrzeuge sinkt, das Schlechte ist, die Straßen werden, zumindest bei uns, immer voller. Der Traum vom grenzenlosen Verkehr und von 24/7 Einkaufsrausch im Internet fordern Tribut, in diesem Fall das größte und dichteste Verkehrsnetz Europas in unserem Land, als Dreh- und Angelpunkt des Reise- und Konsumwahns unseres Kontinents. 

 

Verbesserungen oder oft auch Verschlimmbesserungen gibt es, Regeln gemacht von Politikern und den Rotstifthaltern in den einschlägigen Unternehmen gibt es umso mehr. Regeln die uns motivieren immer das Neue zu kaufen, das aufgehübschte Neue, bei dem wir auch im Fahrzeug unsere Handy spiegeln können. Echte Innovationen sehe ich persönlich aber extrem wenige oder auch keine. Keine fliegenden Autos also, nur „connectivity“, eines der Lieblingsworte in den Marketingabteilungen Land auf Land ab. Aber wann gab es das „next best Thing“, wie man bei den Apple Keynotes zu Steve Jobs Zeiten immer sagte? 

 

Das next best Thing war vermutlich die Firma Tesla. Elon Musk, ein Mann der sich, nach dem er mit Paypal ein Vermögen verdient hat, eben nicht auf seine Yacht zurück gezogen hat, sondern ein Mann der sein Vermögen wieder investiert hat, investiert in Tesla, SpaceX und SolarCity. SpaceX bastelte z.B. an wiederverwertbaren Raketen, die auch wieder aus dem Weltall zurück kommen. Und der Tesla, naja er scheint vieles besser zu können als viele andere Elektroautos und er war es, der dem Thema Elektroauto erst den richtigen Schub gegeben hat. Während andere noch an ihren kleinen, hässlichen Ökobüchsen mit 150 Kilometer Reichweite gebastelt haben hatte er schon ein Auto, welches von den Schönen und Reichen entdeckt wurde. Design und Reichweite waren zumindest bei Tesla noch nie Gegensätze zum E-Thema.

Hämisch wird dabei von der Presse jeder Misserfolg von Musk und seinen Unternehmen verfolgt, egal ob eine seiner Raketen nicht so landet wie sie sollte oder ob irgendwo ein Tesla Fahrzeug brennt. Die oftmals längst überrundete Konkurrenz reibt sich vermutlich entzückt die Hände. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass uns die Globalisierung und unsere Zukunft vor allem auch eines bringen: Eine nie da gewesene und gnadenlosere, weil globale, Marktbereinigung! Zukunftsutopie wird Zukunftsdystopie. Diese Marktbereinigung macht auch vor der Automobilbranche nicht halt. Marken sterben oder werden einfach von den wenigen Großkonzernen aufgekauft. Die 10-15 Größten davon beherrschen dabei bereits jetzt einen wesentlichen Anteil des Marktes und wer weiß, wieviele es in 20 Jahren noch geben wird? 

 

Tesla ist der einzig mir bekannte Herausforderer der es in den letzten Jahren oder gar Jahrzehnten überhaupt geschafft hat, in diesen Markt der Automobilhersteller erfolgreich einzudringen und die etablierten Marken herauszufordern. Alleine dafür muss man Tesla schon fast mögen, ganz egal wie man zum E-Auto steht.  Gerade auch politische Vorschriften z.B. zum Thema Umwelt machen es dem Neueinsteiger schon finanziell fast unmöglich „einfach mal eine Automarke zu gründen“ so wie das im Laufe des 20. Jahrhunderts eben viele große Geister und talentierte Entwickler getan hatten. 

 

Außerdem hat Musk seinem Tesla etwas ganz besonderes mitgegeben, auch wenn es das bei uns inzwischen nicht mehr in dieser Form gibt. Der Tesla kam mit dem Angebot des kostenlosen Stroms an den Tesla-Superchargern, ein Autoleben lang. Das ist mal ein Wort!

 

Das ist auch genau das, was mich an dem Elektroauto und dem deutschen Umgang damit so unglaublich nervt. Tesla hat genau verstanden, wie man etwas verkauft. Man liefert die Infrastruktur (im besten Fall kostenlos) zum Produkt dazu und motiviert die Menschen dabei in eine neue Technologie zu investieren. 

Bei uns gibt es das nicht. Bei uns gibt es höhere Steuern, Sonderabgaben und ein schlechtes Gewissen oben drauf. Nachdem die Kfz Steuer die Ökologie nicht gerettet hat, die Mineralölsteuer die Ökologie nicht gerettet hat, die parallel dazu immens steigende Stromsteuer die Ökologie nicht gerettet hat, nicht einmal die Ökosteuer die Ökologie gerettet hat soll es jetzt also die Co2 Steuer richten. Geld fordern und immer mehr fordern, das ist Deutschland im 21. Jahrhundert. Aus einem guten Gedanken wird bei uns eine Ideologie bei der Kinder vorgeschoben werden, für Friedensnobelpreise nominiert wird und die Glaubensfrage gestellt wird. Zwang, Ideologie, der erhobene Zeigefinger. Alles Dinge die unser Land am heutigen Tag definieren, alles Dinge mit denen ich nicht viel anfangen kann, alles Dinge die unser Land schon mehr als einmal in den Untergang geführt haben. 

 

Ideologie ist ein Thema dem wir uns ohnehin demnächst einmal extra widmen müssen. Doch zurück zum E-Auto. Ich glaube tatsächlich, dass alternative Antriebe dringend nötig sind, denn selbst wenn man kein Klimajünger ist muss einem klar sein, dass irgendwann die Ölvorräte zur Neige gehen und das Auto dann nur noch etwas für Reiche sein wird, da eine Verknappung immer auch die Preise in die Höhe treibt. Die Heiligsprechung des E-Autos hingegen halte ich für völlig falsch. Denn erstens ist mir so eine Heiligsprechung von politischer Seite immer höchst verdächtig, da es dann meist ums Geld geht und zweitens wird uns auch das Trinkwasser ausgehen. Ob nun Trinkwasser oder Erdöl als erstes am Ende sind weiß ich nicht und es wissen offenbar viele nicht, zu viele falsche Daten für den „Exodus“ wurden schon genannt. Aber meines Erachtens ist es nicht ratsam das für das E-Auto benötigte Lithium mit Grundwasser aus dem Boden zu spülen. Das ist irgendwie wie den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben. Grundwasser wird am Ende des Tages immer noch ein bisschen wichtiger sein, wie Erdöl. 

 

Würde ich die Diskussion über die Mobilität der Zukunft sachlich führen und ohne den Hintergedanken, immer mehr Geld aus den Menschen heraus zu pressen und nebenbei eine fast religiöse Ideologie zu installieren, um mich politisch über Wasser zu halten, so würde ich sagen, dass mehrere zukunftsweisende Technologien (Benzin, Diesel, Elektro, Wasserstoff etc.) nebeneinander existieren können und müssen, um damit den Lebenszyklus „Auto“ und unsere Mobilität vielleicht so lange abzusichern, bis einem anderen großen Geist den es hoffentlich in der Zukunft geben wird, ein wirklich besseres Modell der Mobilität einfällt. Eine kleine Hoffnung aber die einzige Hoffnung bevor uns die Überbevölkerung endgültig umbringt. Jetzt habe ich es doch gesagt. Aber dazu ein anderes Mal mehr. 

Text: Andreas Leffler, Bilder: Andreas Leffler


Deutschlands Krieg gegen den Autofahrer

Die 2. Staffel der Asphalthelden Show startet etwas anders!

Es ist wirklich traurig. Eigentlich war Asphalthelden als reines Spaßprojekt von Automenschen für Automenschen gedacht. Was aber, wenn es bald keine Autoszene mehr gibt? Jeden Tag brechen inzwischen neue Horror Nachrichten über uns herein, nicht nur gesamtpolitisch sondern auch gerade für den traditionellen Autoliebhaber. „Das Auto, der Deutschen liebstes Kind“ hiess es in meiner Kindheit. Inzwischen wurde daraus eine Hexenjagd sondergleichen. Die Menschen werden in „Co2 Gläubige“ und „Co2 Ungläubige“ getrennt und gegeneinander aufgehetzt, Ablass kann man dabei wie schon wie einst im Mittelalter mit Ablassbriefen kaufen, nur dass sie heute Co2 Zertifikaten heißen. Das kann so nicht weiter gehen und deswegen haben wir uns zusammen gesetzt, um etwas anders ins neue Jahr zu starten. 

 

Denke ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Immer öfter zitiere ich Heinrich Heine wenn ich es nicht schaffe die Nachrichten schnell genug auszuschalten oder aus Versehen in die Zeitung blicke. Deutschland hat nichts mehr, von dem Land in dem ich aufgewachsen bin und jetzt ist auch noch das Auto dran. Versteht mich nicht falsch, ich persönlich bin total pro Umwelt: Ich liebe es mir handgemachte Produkte aus Ländern zu kaufen, aus denen die Marke auch wirklich stammt, Schuhe, Hemden, sogar mein Bett. Lieber zwei oder drei Jahre sparen und drüber nachdenken als ein Billigteil nach dem anderen „holen“. Eier kaufe ich aus dem Gartenhaus vom Bauern, meine Wurst am liebsten beim Landmetzger (der grade zu machen musste, weil vor wenigen Monaten ein weiterer Kettensupermarkt gegenüber aufgemacht hat), mein Fernseher ist 8 Jahre alt, meine Stereoanlage 15 Jahre, weil ich nichts weg werfe, was noch funktioniert, in meinem Haus arbeitet eine moderne Erdwärmeheizung für deren Betrieb ich monatlich mit in den Himmel explodierenden Strompreisen und Steuern bestraft werde und ich gehe täglich mindestens 5 Kilometer zu Fuß und nehme nicht für jeden Meter das Auto. Dennoch habe ich fest gestellt, dass in Deutschland offensichtlich ein neues Motto gibt und selbiges lautet: Genug ist niemals genug. Egal was du gibst, egal wie du dich verhältst, man kann dir immer noch mehr weg nehmen, noch mehr schlechtes Gewissen verbreiten, dir noch mehr Ramsch verkaufen, noch mehr Steuern verlangen, noch mehr Verbote und Regeln aufstellen, denn eines ist ja mal klar, genug ist niemals genug

Ich würde gerne an Umweltschutz glauben, wir alle würden gerne an Umweltschutz glauben, wenn „Umweltschutz“ nicht so ziemlich in allen uns bekannten Fällen über Verbote und neue Kosten für den Endverbraucher definiert würde. In einem Land wie Deutschland müsste doch theoretisch genug Geld da sein, um dem Bürger Umweltschutz zu ermöglichen ohne dass er immer neues kaufen und immer neue Steuern zahlen muss. Vielleicht wäre ja etwas Geld übrig wenn man nicht ständig die ganze Welt, Europa, den Euro oder die Banken retten würde? Vielleicht wäre Deutschland, welches sich ja gerade international den Anstrich des toleranten Sozialstaates gibt, dann auch mal sozial zu seinen eigenen Bürgern? Das müsste doch eigentlich ganz gut funktionieren in einem Land welches Vize Weltmeister in der Belastung durch Steuern und Abgaben (Quelle: orange by Handelsblatt April 2018) ist

 

Bei uns aber funktioniert Umweltschutz scheinbar immer gleich: Kaufe das Neue, denn das Neue ist der einzig wahre Heilsbringer. Wenn uns Firmen mit dieser Werbung ihre Produkte verkaufen wollen ist dies die eine Sache, wenn der Staat das aber durch seine Politik unterstützt ist es eine ganz andere Sache. Oder wie ist es z.B. zu erklären, dass jemand der ein Auto von 1992 mit einem Euro1 Kat besitzt ein vielfaches an KfZ Steuer bezahlen muss, wie jemand der ein angeblich umweltfreundliches aktuelles Fahrzeug fährt? Weil der Schadstoffausstoß höher ist? Nun, wenn der hippe Neuwagenkäufer sich alle 3 Jahre einen neuen Leasingwagen bestellt dann hat er seit 1992 ca. 9 Fahrzeuge für sich bauen lassen was ganz sicher nicht umweltfreundlicher ist, als wenn man ein altes Fahrzeug „aufbraucht“. Warum muss man für ein Auto, welches von versteuertem Einkommen gekauft wurde, bei dessen Kauf man dann Mwst. bezahlt hat eigentlich noch für den Rest seines Lebens Kfz-Steuer bezahlen? Wer erfindet so etwas und wenn es wirklich nur um die Umwelt geht und nicht ums Geld, warum befreit man solche Fahrzeuge z.b. nach 20 Jahren nicht einfach von der Steuer? Alte Güter aufzubrauchen wäre wahrhaft umweltfreundlich aber gilt nicht auch hier: Genug ist niemals genug? Nur ein Beispiel von zahllosen Beispielen, die wir in der Sendung hinterfragen. Oder warum sind die Abgaben auf den Strom inzwischen fast so hoch wie auf das Benzin? Bei Benzin zahlen wir „weil es so böse ist“ und bei Strom zahlen wir „weil wir ja das Gute unterstützen“? Wir Deutschen zahlen übrigens bereits jetzt mehr für Strom als alle anderen in der EU. (Quelle Focus online 2018) Am Ende bezahlen wir einfach noch mehr, liegt es etwa daran, dass genug niemals genug ist?

 

Uns wirft man dazu Knochen hin, wie Elektro gegen Diesel, Hybrid gegen Benzin. Darüber wird dann im Internet bis aufs Blut gestritten, dabei geht es ja vielleicht in der Realität gar nicht darum? Die wahrhaftigen Probleme der Welt werden vielleicht nicht einmal angesprochen, denn mit den wahren Problemen kann man kein Geld verdienen. Die Umweltverschmutzung geht einher mit einer noch nie da gewesenen Masse an Mensch auf dieser Welt. Man könnte auch sagen „der Planet hat Mensch“. Die Bevölkerung hat sich nämlich zu meinen Lebzeiten ziemlich genau verdoppelt und wenn man es geschichtlich betrachtet, verdoppelt sie sich immer schneller. Das heißt, ich werde auch die nächste Verdopplung vermutlich noch miterleben. Die reine Masse an Menschen wird früher oder später den Planeten vernichten, der Krieg um Rohstoffe, die Verdichtung von Wohnraum und Verkehrsnetzen (Deutschland hat übrigens bereits das größte und dichteste Verkehrsnetz Europas (Quelle: ARD online 2014). Aber das spricht ja keiner an, denn nur mehr Menschen sorgen für noch mehr Umsatz. Ein weiteres wahres Problem ist, dass Deutschland durch die „heilige Kuh“ Europa zu einem reinen Transitland für den Konsumwahn verkommen ist. Alleine zwischen 1978 und 2007 stieg der Gütertransport auf den Straßen von 74 auf 448 Milliarden Tonnen, eine Steigerung um das Sechsfache (Quelle: ARD online 2014) und bis 2030 sagt man laut RP Online eine Steigerung um weitere 39 Prozent voraus. Welcher Verkehr wird wohl zum Wohle des allgemeinen Mega-Konsumwahns aufgehoben werden? Der Individualverkehr oder der Warenverkehr? Geht es hier um die Umwelt oder einfach nur um mehr Konsum, denn „genug ist ja bekanntlich niemals genug“. Und wo wir gerade bei Europa sind: Wenn man davon ausgeht, dass in Brüssel auf jeden Abgeordneten ca. 20 Lobbyisten kommen (Quelle: Spiegel online), können wir dann wirklich noch davon ausgehen, dass Brüssel nur Gutes für uns im Sinne hat? Übrigens liebe Kinder der Generation Smartphone, weil ich während der Sendung danach gefragt wurde: Ein Lobbyist ist so etwas wie ein Influencer nur dass er weder sein Höschen ausziehen muss, noch sein Frühstück posten muss. Der Lobbyist entscheidet im besten Fall (für ihn und seine Firma) darüber, welches Höschen euer Lieblingsinstamodel überhaupt ausziehen kann, denn er hat vielleicht dafür gesorgt, welches es überhaupt zu kaufen gibt. 

Am Ende geht es dann noch gegen Tuner, eine scheinbar höchst verdächtige Randgruppe der es jetzt mit immer neuen Artikeln und Gesetzen an den Kragen geht. Tuner Soko in einem Land, wo wir plötzlich Weihnachtsmärkte verbarrikadieren müssen, genau mein Humor. Wird hier wieder einmal gegen eine Subkultur große Stimmung gemacht weil sie es wagt sich dem erwünschten glattgebügelten Weltbild entgegen zu stellen oder geht es wirklich um die bösen Raser? Wobei ja auch nicht jeder Tuner ein Raser ist, denn Raser gibts ja auch bei allen anderen Autogruppierungen. Seltsam wäre es allemal, titelte doch Spiegel online erst 2018 mit der Überschrift „Zahl der Verkehrstoten sinkt auf tiefsten Stand seit mehr als 60 Jahren“. Und das trotz, so möchte man hinzufügen, dem wahnwitzig steigenden Verkehr. Natürlich ist, wie dann immer gebetsmühlenartig wiederholt wird, jeder Tote ein Toter zu viel, doch die schlechte Nachricht ist, der menschliche Körper ist einfach nicht für den Aufprall mit höherer Geschwindigkeit gemacht und ich möchte nicht wissen, wieviele Menschen früher gestorben sind, weil sie vom Pferd gefallen sind. Die traurige Wahrheit ist doch am Ende ganz einfach, wir werden alle sterben, früher oder später, irgendwann und irgendwie.

Am Ende haben wir einen angefeuerten Glaubenskrieg wie im Mittelalter, mit Bestrafungen und Sünden, nur dass es eben jetzt Umweltsünden sind. Schon 1998 sagte der Wissenschaftsjournalist Nigel Calder voraus, dass jede Partei der Industriestaaten die Co2-Erderwärmungstheorie übernehmen wird, weil es die einmalige Chance ist, auch noch die Atemluft zu besteuern. Ihr lacht? Nun in einem Land in dem ich für das Regenwasser bezahlen muss, welches auf mein Hausdach tröpfelt scheint mir das nicht sonderlich abwegig. Die Menschen scheinen ähnlich gestrickt zu sein, ähnlich mitzuspielen wie schon vor 500 Jahren. Aber es sind ja auch wir, die Menschen, die einerseits für die Umwelt demonstrieren aber die letztendlich die Konsumspirale des absoluten Wahnsinns am laufen halten. Firmen kann man keine Vorwürfe machen, die tun was Firmen eben tun. Der Politik kann man schon eher Vorwürfe machen, wenn ihre Gesetze dies unterstützen. Aber am Ende sind es wir, die all dem mit unserem Konsumverhalten sofort und nachhaltig einen Riegel vorschieben können. Aber dazu müssten wir uns alle bescheiden und das fällt uns schwer, denn als brav erzogene Konsumlemminge haben auch wir das Motto längst verinnerlicht: Genug ist niemals genug

Unsere Talkshow zum Thema seht ihr demnächst in mehreren Teilen hier auf diesem Kanal. Gedreht haben wir sie mit einigen Zuschauern aus der Szene direkt in den neuen Räumen von K-City Cars. Wir verabschieden uns mit einer Verbeugung und Applaus vor all den Mutigen da draussen, den Gelbwesten, den Demonstranten, den wenigen tapferen verbliebenen Journalisten und jedem der auch denkt, dass irgendwann genug eben doch genug ist. 

Text: Andreas Leffler Bilder: Fabian Zellner, Peggy Hansen


Die Asphalthelden und das Autojahr

Ein Rückblick 2018

Wenn mir im Januar jemand gesagt hätte, was mich 2018 alles erwartet, hätte ich vermutlich ungläubig den Kopf geschüttelt. Im Positiven wie im Negativen war es ein sehr aufregendes Jahr mit zahlreichen Höhepunkten und unerwarteten Wendungen. Viele von euch haben das Autojahr 2018 mit mir geteilt und daher ist es an der Zeit nochmal zurück zu blicken, einige Momente Revue passieren zu lassen und auch dem einen oder anderen mal Danke zu sagen. Allerdings müssen wir auch den Autodramen im ehemaligen Autoland BRD ein Augenmerk schenken, denn wenn wir nicht aufpassen sind wir bald alle zusammen auf der unendlichen Verbotsliste der deutschen Weltverbesserung.  

 

Der Hoffnungsvolle Start - wir machen eine Show

Nach dem Casting für die Asphaltheldenshow im Winter 2017 standen alle Zeichen für 2018 auf Angriff und Durchstarten. Ingesamt haben wir vier Folgen der Asphalthelden Show und eine dreiteilige Sommertour produziert, alle zu sehen im Youtubekanal von ap-Sportfahrwerke, auf deren Facebookseite oder direkt HIER.

Natürlich beinhaltet so eine Show völlig neue Herausforderungen und wir mussten uns auch alle erst drauf einstellen. Abgesehen von den Massen an Zeit, die man auch nur für einen Beitrag investieren muss, braucht man die entsprechende Technik und die richtigen Leute. Ich denke aber dass wir uns von Folge zu Folge sichtbar verbessert haben und da wir insgesamt weit über 120.000 Zuschauer auf unseren wenigen Folgen hatten glaube ich auch, dass wir einen ganz guten Job hingelegt haben. Persönlich denke ich das „Autoentertainment“ eine große Zukunft hat und dass es außerdem wichtig ist, dass auch die Szene ein Sprachrohr aus der Szene hat. Von daher werden wir weiter machen und 2019 die Asphaltheldenshow mit einem leicht geänderten Auftritt in die zweite Staffel führen. Die gute Nachricht ist, das komplette Team ist dabei geblieben, also wird es auch im nächsten Jahr wieder Carbonleder-Tiere, Fabis gute Laune, Jasminchens Begeisterung für japanische Fahrzeuge, Michis Fachkenntnisse, Armins Überraschung wenn er plötzlich vor die Kamera muss, Mikes mangelnde Erdkundekenntnisse, ein paar hübsche Mädels, noch mehr hübsche Autos und meine politischen Aufreger geben. 

Daily Business

Aber natürlich habe ich auch 2018 wieder zahlreiche Treffen und Events besucht und dabei meist für den Blog von AP Sportfahrwerke berichtet. Alles begann mit dem Wintertreffen vom Tuning Club Erding. Im laufenden Jahr kamen dann natürlich noch einige mehr dazu. Das 3. Familientreffen der Italo-Szene NB-OB, das erste internationale BMW Treffen in München, das neue Bavarian Street Meet in Markt Indersdorf, das 14. Treffen der Audi Freunde Bayern, das Bavarian Car Meeting in Ingolstadt, die Tuning Gear Saisoneröffnung oder das vierte Low Flying Aircraft Meeting in Jesenwang. Als einer der Highlights war ich natürlich auch wieder beim Ap Kalendershooting mit dabei, dieses Jahr in Ferropolis, der Stadt aus Eisen. 

Die Sommertour

Selbige war für mich eines der absoluten Jahreshighlights. Fabi, Jasmin und ich sind mit unserer Kamerafrau eine Woche durch Deutschland getourt und haben für die Asphaltheldenshow und Ap Sportfahrwerke zahlreiche Hot-Spots für Autobegeisterte besucht. Wir entdeckten das „gelobte Opelland“ beim Manta Dany, waren am Hardt am Limit Tuning Treffen, wo Jasmin jede Menge lustige Interviewpartner gefunden hat, hatten die Gelegenheit ausführlich mit Chris von RHD Speedmaster über das TÜV Thema zu diskutieren, haben den Firmensitz von Keskin und Syron besucht, sind am Nürburgring vorbei gefahren, haben Burger bei JP`s Big Boost Burger gegessen, durften eine bunte Modellpalette von Suzuki, Toyota und Lexus bei Lackas Rhein-Ruhr testen, waren zu Gast beim weltgrößten BMW Treffen, dem BMW Syndikat Asphaltfieber und am Ende waren wir noch beim 2. internationalen Ford Treffen in Zusmarshausen. Abgesehen davon hatten wir natürlich jede Menge Spaß und haben unterwegs immer wieder Freunde und Fans der Sendung getroffen auf ein gemeinsames Abendessen oder auch nur ein Bier. Ein wirklich schönes Autoerlebnis und wie schon oben gesagt, ihr könnte alle Folgen z.B. auf der Facebookseite von Ap-Sportfahrwerke finden oder von deren Youtube Kanal verlinkt gleich hier

Die Asphalthelden Rallye

Nicht minder großartig lief unser Erstversuch mit der Asphalthelden Rallye. Eine 4-tägige Orientierungs- und Spaßrallye quer durch Bayern. In weniger als einer Woche ausgebucht und mit bestem Wetter gesegnet ging es vom 5-Seen Land durchs Allgäu, hinüber nach Berchtesgaden und schließlich rauf nach Niederbayern. Absolute Highlights für mich waren die Mitfahrer, die eine echte Hammer-Gruppe waren. Kein Streit, kein Zank, kein Neid und so viel Spaß - wirklich großartig. In Füssen gab es dann noch ein Fahrttraining mit anschließendem freien Driften und 1/8 Meile Rennen. In Berchtesgaden wartete das einzige deutsche 5-Sterne Mountain Ressort auf uns und am nächsten Tag ging es bei wenig Verkehr über die atemberaubende Roßfeldstrasse. Im Automuseum in Adlkofen wurden abschließend die 3 Gewinner gekürt aber auch hier stand, denke ich, der Spaß im Vordergrund. In jedem Fall schreit dies alles nach einer Wiederholung 2019. 

Sand im Getriebe

Aber natürlich passieren auch immer einige Sachen, die unverhofft und unerfreulich sein können. So habe ich dieses Jahr meinen ersten Totalschaden (zumindest wirtschaftlichen) gebaut, als mir - natürlich im Ausland - ein Reh auf der Autobahn vors Auto sprang. Das Positive - ich habe gelernt dass man ein Auto im Wesentlichen auch mit Panzertape und Kabelbindern so zusammen binden kann, dass man die Heimreise schafft und nein, das war nicht meine Idee, es war sogar die Idee der Kollegen von der holländischen Straßenmeisterei. Ob ich das bedingungslos empfehlen kann, weiss ich nicht, aber für mich hat es gut funktioniert. Leider hat nach diesem aufregenden Sommer auch unsere Zusammenarbeit mit AP geendet, wie die Meisten von euch schon wissen dürften. Das stellt das ganze Asphalthelden Projekt natürlich vor ganz neue und andere Herausforderungen, mal wir gerade so schön auf der Überholspur waren. Aber auch hier gibt es Lösungsideen und Ansätze wie ihr gleich noch lesen werdet. 

Polizei, Gesetze und Rahmenbedingungen - der Autoexodus

Ein weiteres, eher weniger tolles Thema ist der Umgang der Politik dieses Landes mit den Autofahrern im Allgemeinen und den Tunern im Besonderen. Ich habe mich ja schon in der Asphalthelden Show Folge mit der Dieseldiskussion ausgiebig zum Thema aufgeregt. Ich verstehe nicht, wie sich ein ganzes Land derart drangsalieren lässt und wie die Leute auch noch daran glauben, sie würden etwas Gutes tun. Dem Einzigen dem hier wieder mal Gutes getan wird ist der Umsatz, denn mit jedem Gesetzt passiert ja wie immer bei uns nur eines - der Endkunde wird mehr oder weniger gezwungen etwas Neues zu kaufen - in kurzen Worten zu konsumieren. Enteignung (weil Vernichtung von Werten) im Namen des Guten, na Mahlzeit. Gesetze mit Strafgebühren die nebenbei noch einen neuen Konsumzwang auslösen scheinen die einzige Lösung zu sein, die unsere Politik für alle Probleme kennt. Die wahren Dramen wie z.B. die Verdopplung der menschlichen Bevölkerung zu meinen Lebzeiten (fast) oder das völlig veränderte Konsumverhalten hin zu immer mehr Wegwerfprodukten spielen „natürlich“ keine Rolle in den Überlegungen unserer Politik, weil man mit weniger Konsum ja nicht mehr Geld verdienen kann und nur mit mehr und noch mehr Menschen, auch den nächst besten Jahresabschluss der Firmen von den einschlägigen Lobbyisten garantieren kann, so zumindest erscheint es mir. Das Benzin ist auch teuer wie nie, weil es angeblich zu wenig geregnet hat für die Schiffe die das gelobte schwarze Gold bringen. Naja, in Österreich ist es viel billiger, die haben offensichtlich eine Standleitung nach Saudi Arabien oder stimmt da etwa was nicht?! Am Ende gibt es natürlich noch die nicht mehr ganz neue aber immer schärfer werdende Hexenjagd auf die bösen Tuner. Tja, wer keine Lobby hat, der kommt halt schnell mal ins Fadenkreuz und wer alte Autos wieder zusammenbaut statt endlich für richtige Umsätze zu sorgen uns sich alle 3 Jahre einen neuen Leasingwagen zu holen der ist per se ohnehin schon mehr als nur verdächtig. In einem Land in dem man inzwischen Weihnachtsmärkte mit Barrikaden schützen muss, indem es aber keine Grenzen mehr gibt, in dem Vergewaltigungen und Messerattacken an der Tagesordnung zu sein scheinen ist es natürlich besonders wichtig, dem kleinen Max mit seinem tiefergelegten Golf und einem Sportauspuff eine SOKO hinterher zu hetzen. Aber wollen wir nicht über die Polizei lästern, denn ich persönlich glaube solcherlei Ideen kommen von viel weiter oben. Etwa von dort, wo jetzt auch die Idee zur Komplettüberwachung Level 2 durch das Filmen der Autofahrer kommt, natürlich nur um unser aller Gesundheit vor dem bösen Diesel zu schützen, oder?! Von der 120 km/h Forderung und das Gerede über das Ende des Benzinmotors will ich erst gar nicht anfangen. 

 

Sachsenring, Nizza und das schöne Leben

Aber kommen wir zurück zu den erfreulichen Dingen des Lebens. Fabi und ich erhielten eine Einladung von Ford zur exklusiven Premiere des neuen Ford Focus nach Nizza zu fliegen und das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Das schöne Leben an der Cote d’Azur war so wie man es sich vorstellt und wir haben ausnahmsweise mal zwei Tage gelebt wie Gott in Frankreich, wie man so schön sagt. Einen neuen Focus haben wir dabei auch durch die französischen Berge getreten und wie schon im einschlägigen Test zum Wagen gesagt, Ford hat da ein paar ganz scharfe Pfeile im Köcher, da muss man sich andernorts schon mal etwas einfallen lassen. Ein weiterer ziemlich heißer Kompaktwagen ist der aktuelle Renault Megan RS, den ich im Herbst noch ein paar Runden um den Sachsenring prügeln durfte. Jedenfalls eine schöne Abrundung meines persönlichen Autojahres. 

Neue Wege

Die aktuellen Berichte von Herbst bis heute sind jetzt alle auf unserer Asphalthelden Homepage untergebracht. Das gilt für zwei US-Car Treffen in Nördlingen und die Season-Finale vom Tuning Club Erding und von Tuning Gear ebenso wie für den Bericht zu unserem eigenen Winter Slow-Down Event. Was nächstes Jahr alles passieren wird, kann ich euch heute noch nicht versprechen. Definitiv arbeite ich seit kurzem für die Velocity Group, einen der größten Onlineteile Händler für US Cars. In deren Blog gibts demnächst immer mehr von mir zu lesen. Außerdem haben wir mit der Car-Tuning und Wheels GmbH sowie mit K-City Cars zwei neue Partner für unser Asphaltheldenprojekt. Die beiden Besitzer sind auch voll aus der Szene und passen ganz hervorragend zum Asphalthelden Projekt. Sicher ist, dass es 2019 wieder eine Asphalthelden Rallye geben wird, dass wir eine 2te Staffel der Asphaltheldenshow präsentieren werden und natürlich werdet ihr uns in unserem Namen aber auch zusammen mit unseren Partnern auf allerlei Events antreffen. Falls ihr also selbst ein Tuning-Event veranstaltet und uns gerne dabei hättet mit Show und Bericht und allem drum und dran, meldet euch einfach. Natürlich sind wir überwiegend im Süden unterwegs (Bayern und ein bisschen BaWü) aber wer weiß, vielleicht gibts ja auch wieder eine Deutschlandtour?! 

Berühmte letzte Worte

Ehe ich es vergesse: Unser Asphalthelden Mustang hat jetzt auch eine eigene Seite, ihr findet sie unter „The Crow 5.0“ auf Facebook. Aber wichtiger als das - vielen Dank an alle diejenigen von euch, die uns durch die Saison begleitet haben und an alle die immer diese großartigen Events machen, die wir besuchen und die sich nicht von übereifriger Gesetzgebung und grummeligen Nachbarn aufhalten lassen. Vielen Dank an alle Fans, Leser, „gefällt mir“ Klicker und „Teiler“ und weil ich es schon lange nicht mehr gesagt habe: Ich finde es cool, dass ihr alle auf unseren sozialen Medienauftritten immer die Nettikette bewahrt. Ich kenne so viele Gruppen in denen auf jeden Post von einem Mitglied, auf jede Frage, ein halbes Dutzend Klugscheißer aus dem Nichts heraus kriechen und sich wichtig machen. Bei uns ist das nicht so und es wird auch nicht so sein, denn wie ich schon vor Jahren gesagt, selbiges werden wir unterbinden. Letzteres ist aber schon lange nicht mehr nötig, weil scheinbar haben wir die beste Community der Welt. Am Ende noch - Danke an alle „Mitmacher“ bei unseren eigenen Events, an mein Asphaltheldenteam und an die Leute, die sich nach den Ereignissen des Jahres sofort entschlossen haben und zu sponsern und zu unterstützen und an unsere Haus- und Hoffotografen JJGraphy und STH Car Photography. Frohe Weihnachten an alle, ein schönes neues Jahr und ein Jahr in dem es hoffentlich wieder mal ein paar gute Autonachrichten gibt! 

Text: Andreas Leffler, Bilder: Andreas Leffler, JJGraphy, STH Car Photography, Carina Kell, Fabian Zellner


Lichtsignatur ...am Arsch

Gestern war wieder einer dieser Tage: Dichter Nebel liegt über dem Dachauer Hinterland und ich fahre abends durch die Nacht nach Hause. Ich sitze im völlig harmlosen und hilflosen kleinen Opel Meriva meiner Tante. Draussen ist es so finster wie in einem Horrorfilm und passend dazu lauern überall böse Blicke aus den Nebelfetzen. Fiese, geschwungene Augenbrauen mit durchdringenden, kalt, bläulichen Pupillen. Sind es Geister, Trolle, Vampire? Nein, natürlich nicht, es sind Neuwagen mit den vielleicht letzten pseudocoolen Spielereien die noch erlaubt sind in unserer schönen neuen Welt. 

 

Kaum biege ich auf die einsame Landstraße ab, dann hängt auch schon eine dieser Kisten direkt an meinem Hinterteil. Ich fahre knapp unter den erlaubten 70, was bei der undurchdringlichen Nebelsuppe schon mehr ist, als ich eigentlich verantworten kann. Die Karre mit dem monströsen Blick hängt mir aber so nah am Arsch (Entschuldigung für die Deutlichkeit), dass ich denke, der Fahrer sucht Gesellschaft für die Nacht. Die Lampen sind dabei derart hell, dass ich trotz der Nacht überlege meine Sonnenbrille heraus zu kramen, schön für ihn, weniger schön für mich. Und wenn jetzt eine Wildsau aus dem Gebüsch rast bin ich doppelt gefi…t. Er von hinten und die Sau von vorne und der Meriva ist dann ordentlich zusammen gefaltet, keine guten Aussichten. 

 

Überholen traut sich der Held der Landstraße natürlich auch nicht, also fahre ich im nächsten Dorf rechts ran und lasse ihn passieren, soll er doch die nächste Wildsau selber abrasieren mit seinem dämlichen Glotz-Licht. Als er dann mit 2 km/h schneller als ich war vorbei zieht, sehe ich, es ist so einer der 1,2 bis 1,6 Liter Mini-Suv`s ohne Allradantrieb und dafür mit serienmäßigem Langweilefaktor für Vorstadtspießer. Wenn diese Kisten den „bösen Blick“ machen ist es ungefähr so als wenn der 6 Jährige Fritzi einen bösen Blick macht. Keiner hat Angst und es ist nicht mal wirklich lustig. Man denkt nur: Warum zieht die kleine Kackbratze jetzt schon wieder so eine Fresse. 

 

Aber mal generell zum Thema Lichtsignatur: Ich stelle mir immer vor wie die Nachwuchsdesigner im Kindergarten sitzen und die Erzieherin sagt: So, ihr lieben Kleinen, heute malt ihr mal mit euren Buntstiften böse Gesichter. Und da der Designer im späteren Leben ja generell von Fußgängerschutz, Crashtestvorschriften, cw-Werten, Verbrauchswerten, Kofferraumvolumen und Sparmaßnahmen aller Art eingebremst wird, bleibt ihm halt sonst nicht mehr viel und so freut er sich sich über Xenon, LED, OLED, Laser und was weiß ich nicht alles. 

 

Mir kommt kurz darauf ein Dodge Ram entgegen. Gefühlte 2,50m hoch, 6m lang und ein bollernder V8, der derart bösartig aus den zwei Kamin-dicken Endrohren raus ballert, dass dem Hipster am Gehsteig direkt sein Latte-Macchiato-Mango Eis aus den manikürten Fingern fällt. Und das Ende vom Lied: Das Ding ist wirklich böse, auch wenn er nur zwei eckige Lichter vorne hat, die mich nicht gleich erblinden lassen, wer hätte das gedacht. 

Text: Andreas Leffler


Dieselgate

oder der Brexit von der Vernunft

Gesundheit, Umwelt, Sicherheit und Gutmenschlichkeit. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, dennoch sind dies vier Worte, die der moderne, aufgeklärte Deutsche versteht. Selbst wenn sie sich manchmal diametral gegenüber stehen, so kann man durch solcherlei Erklärungen viel verkaufen. Denn schließlich weiß jeder gute Verkäufer, man muss „erklären“ warum ein Produkt viel Geld kostet. Ein Aston Martin oder ein Rolls Royce etwa, der in Handarbeit mit feinsten Materialien entsteht, kostet logischerweise mehr als ein Daihatsu vom Fließband. Das verstehen wir und der gut ausgebildete Luxuswagenverkäufer wird uns sicher nimmermüde auf diesen Umstand hinzuweisen. Ein Loft in zentraler Lage von München kostet halt nunmal mehr wie eine Hütte am verrotteten Fäkalienfluss, gleich hinter dem Müllberg links. Auch das wird uns ein findiger Makler gut erklären können. 

 

Was aber wenn einem Vater Staat wieder mal was verkaufen will? Nachdem die Frankfurter Allgemeine schon im Januar 2017 ein neues Rekordhoch für die Steuerlast in Deutschland ausgerufen hat, legt der Fokus genau ein Jahr später nach mit der Überschrift „Fast unbemerkt kassiert der Staat mehr und mehr“. Bis auf das „unbemerkt“ sicher ein guter Artikel, denn zumindest die Mehrzahl der „nicht-so-gut-Verdiener“ bemerken es recht schnell, wenn am 20. des Monats wieder mal die Kasse leer ist. Das reale Problem dürfte aber nicht nur die Einkommenssteuer sein, sondern vielmehr die Gesamtabgabenlast. Mit Mwst., Kfz-Steuer, Erbschaftssteuer, Grundsteuer, Grunderwerbssteuer, Mineralölsteuer, Ökosteuer, Zwangsabgaben wie der GEZ usw. usw. bewegen wir uns recht zügig in Richtung 70 Prozent an Abgaben und dabei meine ich nicht die Millionäre unter uns, sondern Otto-Normalverdiener.

Nur um sich das mal auf der Zunge zergehen zu lassen, von 10 Euro brutto haben wir also als Durchschnittsverdiener vielleicht noch um die 3 Euro netto. Dabei ist ja gerade der Autofahrer eine beliebte „Melkkuh der Nation“ und das schon seit langer Zeit. 

 

Allerdings muss ein Staat der viel ausgibt auch viel einnehmen und frei nach der Devise, „genug ist niemals genug“ werden schon die nächsten Pläne geschmiedet. Nun haben wir Deutsche uns ja auf die Fahne geschrieben, dass wir im Alleingang die Welt retten wollen, zumindest wenn es um die Umwelt geht sind wir ganz vorne. 

Das finde ich eigentlich sehr gut. Nein, das stimmt nicht. Der Satz muss heißen, das FÄNDE ich eigentlich sehr gut. Denn ich mag mich irren, aber mir schwant übles. Schon seit geraumer Zeit habe ich das Gefühl, dass alle Aktionen die von unserer Obrigkeit veranstaltet werden vor allem eines tun, nämlich deren Kasse füllen. Der wahre Kern des Problems jedoch wird nicht einmal benannt, geschweige denn bekämpft. Umso verdächtiger, wenn man annimmt, dass Politik und Wirtschaft Hand in Hand handeln. 

 

Benzin böse - Strom gut. Steuerlast auf einem Liter bösem Benzin - ca. 65 Prozent. Abgabenlast beim guten Strom ca. 55 Prozent. Auch hier gibt es einen schönen Artikel von 2017 vom Focus, der da lautet: Steuern auf Strom erreichen traurigen Rekord. Aber wenn Strom so gut ist, warum nicht Steuerbefreiung oder halber Steuersatz für Strom? Neeeiiin, natürlich nicht, im Gegenteil: Ich traue mich heute mal zu wetten, die Stromsteuer überholt die Mineralölsteuer spätestens, wenn wir alle Elektroautos fahren.

 

Diesel böse - Super+ gut. In diesem Jahr erst hat der Spiegel online einen schönen Artikel veröffentlicht bei dem man lesen kann, was viele denken, nämlich dass man mit den neuen super Sprits wie V-Power etc. den Co2 Ausstoß senken könnte, wenn Motoren, das entsprechend verarbeiten. Seltsam nur, dass diese „Superkraftstoffe“ doch so teuer sind. Gut, dem Mineralölkonzern kann man ja keinen Vorwurf machen, dass er für ein besseres Produkt mehr Geld verlangt. Aber wenn wir doch 65 Prozent Steuer auf dem Sprit haben, könnte Vater Staat ja das „Betanken“ durch Supersprit der Umwelt zuliebe problemlos zum billigsten Tankerlebnis von allen machen?! Wenn es also wirklich um die Umwelt geht - warum nicht halber Steuersatz auf Supersprit oder Steuerbefreiung? 

 

Alte Autos böse - neue Autos gut. Stets werden wir motiviert neue und umweltgerechtere Fahrzeuge zu kaufen. Erst musste der Diesel her und der Benziner war böse. Dann gab es die Abwrackprämie, bei denen abertausende fahrbereiter Fahrzeuge ihr Ende fanden und jetzt wo alle einen Diesel haben, muss der Diesel weg. Kurze Prognose in die Zukunft: Ist der Diesel Geschichte, muss der Benziner weg. Aber da frage ich mich doch schon ein bisschen, wieviel Ressourcen werden beim Bau eines neuen Fahrzeugs verbraucht? Wenn Opa Schmidt etwa seinen Mercedes 190 nun seit 24 Jahren fährt und der coole Hipster in der gleichen Zeit 8 Leasingwägen a 3 Jahre Leasingdauer für sich bauen lassen hat, wer ist dann umweltfreundlicher?  Die Lösung von Vater Staat, Kraftfahrzeugsteuer für alte Kats muss rauf! Da frage ich mich, geht es etwa um mehr Kunden, mehr Umsatz, mehr Mehrwertsteuer (bei jedem verkauften Auto), mehr Konsum oder geht es um die Umwelt und wenn es um die Umwelt geht, warum dann nicht Kfz-Steuer einfach weg bei Autos ab einem gewissen Alter?

 

Fragen über Fragen. Nun könnte ich ja noch anfangen über den Sinn des ganzen Diesel-Brexits zu diskutieren, denn warum sind die sogenannten Grenzwerte in den Büros so viel höher als draussen auf der Straße? Warum werden die Grenzwerte genau jetzt derart angehoben, wo der Diesel sauber wie nie ist? Aber genauso gut könnte man fragen, warum muss ich mir ne farbige Plakette für 5 Euro ins Auto kleben wenn genau so viele Menschen sagen, dass dieser ganze Plakettenschwindel sowieso überhaupt nichts bringt? Von Co2 Ausstoß bei Frachtschiffen oder Feinstaub der zum großen Teil aus natürlich Quellen kommt, die Geschichten der Wiedersprüche scheinen endlos. Ich aber bin kein Professor und kann für keine Seite der so genannten Experten meine Hand ins Feuer legen. Interessant hierbei allerdings: Inzwischen gibt es wirklich großartige Dokumentation darüber, wie gekaufte Experten alternative Fakten für Lobbys aller Art schaffen. 

Am besten ist, wichtig reden und alle verwirren. Ist nun der Verkehr schuld oder der Fleischesser, das Frachtschiff oder die Lithiumbatterie? Geht es eigentlich noch um Feinstaub oder um Stickoxide oder um Co2 oder was genau ist das alles? Der Leser ist verwirrt und ich bin es auch. 

 

Wenn man nun aber ganz einfach mit gesundem Menschenverstand ans Thema ran geht, drängt sich einem eine Lösung direkt auf, die will nur keiner hören. Das Problem ist der Mensch und wenn wir das Problem nicht irgendwann adressieren, dann war es das mit unserem Planeten, da bin ich mir ziemlich sicher. Die Rechnung ist doch ganz einfach: Viele Menschen = viel Dreck. Viele Menschen = viele verschwendete Ressourcen. Ganz einfacher Fakt: Die Weltbevölkerung hat sich zu meinen Lebzeiten fast verdoppelt. Wo also ein Mensch stand als ich klein war, stehen jetzt zwei. Wo einer ein Schnitzel gegessen hat, essen jetzt zwei ein Schnitzel und wo einer ein Auto bewegt hat, bewegen jetzt zwei ein Auto. Ende der Diskussion. Letztens bin ich in der Gegend in der ich aufgewachsen bin, in München, spazieren gegangen. Unsere BMX-Rad-Wiese - weg, ist jetzt eine Wohnsiedlung. Unsere Fussballwiese - weg, ist jetzt eine Wohnsiedlung. Die Hundescheiße-Wiese - weg, ist jetzt eine Wohnsiedlung. Das Feld wo wir am Rand Baumhäuser gebaut haben - weg, ist jetzt eine Wohnsiedlung. Die Wiese mit der Bücherei drauf - weg, ist jetzt eine Wohnsiedlung. Das Restaurant in dem ich meine Kommunion/Firmung, was auch immer gefeiert habe - weg, ist jetzt eine Wohnsiedlung. Der kleine Supermarkt ums Eck - weg, ist jetzt eine Wohnsiedlung. Das ist alles kein Witz, sondern Tatsache und als Highlight werden in der Straße in der ich lebte jetzt die Tonnenhäuschen zwischen den 8- und den 3-Stöckern abgerissen, um statt Tonnenhäuschen 14 Stöckige Blocks mit frischem Ghettoambiente zu erschaffen. Soviel zum Thema Verdichtung der Städte. Kein Wunder wenn da die Luft mal dick wird. 

Wir sollten ernsthaft überlegen mit vielen Menschen wir unseren Planeten noch fluten wollen? Denn uns wird nicht nur irgendwann das Benzin und das Lithium ausgehen, nein uns wird z.B. auch das Trinkwasser ausgehen. Aber warum adressiert dieses Problem kein verantwortungsvoller Politiker? 

 

Geht es etwa um noch mehr Konsumenten, um noch mehr Billigarbeiter, noch mehr Steuerzahler? Man weiß es nicht. Ich kann nur sagen, was ich persönlich glaube: Ich glaube, dass keine Maßnahme die hier ergriffen wird dem Umweltschutz dient, sondern nur der künstlichen Erzeugung von Umsätzen. Wenn dem nicht so wäre, dann könnte Vater Staat ja einige der von mir oben genannten Steuererleichterungen einführen. Wesentlich schlimmer: Ich glaube, dass das eigentliche Problem - die Überbevölkerung - niemals angegangen wird, weil man damit weder eine Wahl gewinnen noch das nächst beste Betriebsergebnis erzielen kann. Und auch wenn ich mir niemals erlauben würde „ein Grüner“ zu sein, so muss ich diesen Bericht doch mit einer grünen Lebensweisheit abschließen, auch wenn sie eigentlich eine Indianerweisheit ist: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. Klingt ein bisschen kitschig, ist aber aktueller den je und mit bunten Aufklebern und Verboten, die dem reinen Kommerz dienen, werden wir die Probleme dieser Welt nicht lösen. 

Bis dahin können ja dann die „in Zahlung gegebenen Diesel der deutschen Weltverbesserung“ fröhlich in Osteuropa weiter tuckern, während wir von dort Atomstrom aus, vorsichtig gesagt, übersichtlich sicheren Atomkraftwerken, zukaufen. Prost Mahlzeit. 

In diesem Sinne - frohe Weltverbesserung!

Text: Andreas Leffler


Kritische Gedanken zur Saison 2017

Raser, Tuner, Dieselverbot, Polizeikontrollen und alles was uns sonst so erwartet.....

Der erste April 2017, die Sonne scheint und die Meisten von uns können es kaum erwarten. Wir holen unsere Schätzchen aus den Garagen, frisch poliert, stolz auf die Winterumbauten, hoffnungsvoll auf viel Spaß und zahlreiche Treffen im nächsten, besten Sommer unseres Lebens. Doch wir wissen leider auch, dass nicht alle unsere Erlebnisse so „rosarot“ sein werden. Was also haben wir 2017 zu erwarten und wie wird es mit der Tuning Szene in Deutschland weiter gehen? Ein Facebookfreund aus der Szene postet jedenfalls noch ironisch in der Nacht vom ersten April: „Super Start für die Saison. Schon in den ersten Nacht gef…t worden.“ Liegt es an uns? Liegt es an „denen“? Liegt es an den Rasern, den nicht TÜV konformen Umbauten oder steht Tuning generell auf der Abschussliste? Und zuletzt noch die Frage: „Wenn es so ist, was können wir dagegen tun?“

 

Erst letztes Wochenende habe ich wieder eine Reportage zum Thema „Tuning“ in einem der einschlägigen Fernsehsender gesehen. Die Message für alle fleißigen Zuschauer: Tuner = Raser und Raser = böse. Leider war das nicht die erste und vermutlich auch nicht die letzte Reportage ihrer Art. In Berlin wird indes ein „Raser“ erstmals wegen Mordes verurteilt. In Augsburg haben gerade eine ganze Menge Leute Strafzettel wegen „unnützem Herumfahren und dadurch entstehender Belästigung anderer Leute“ bekommen, von zahlreichen Treffen in und um München, die entweder durch Polizeikontrollen auf allen An- und Abfahrtswegen zum Aufgeben bewogen wurden oder eben auch gleich gänzlich verboten worden sind, gar nicht zu reden. Und ich denke, München hat da kein Alleinstellungsmerkmal, selbst bei unseren österreichischen Nachbarn kämpft man ja auf Traditionsveranstaltungen wie dem Wörtherseetreffen mit immer neuen Unwägbarkeiten. 

 

Ich persönlich kann mich ob all dieser Ereignisse leider nicht des Gefühls erwehren, dass da noch einiges auf die Szene zukommt. Dennoch muss man sich natürlich auch fragen, was wir selbst tun können, um ein Ende der Szene abzuwenden. Ich sage es ganz ehrlich, ich bin ja ein paar Jahre älter als viele von euch und ich bin so froh, dass ich noch ein Deutschland erleben durfte, bei dem Autofahren nicht gleich Stau war, an dem es keine rund um getarnten Superblitzer gab und wir Polizisten eher noch als nette Schutzmänner für Notfälle sahen, anstatt als im Gebüsch lauernde Einkassierer für Vater Staat. Inzwischen leben wir in einer Zeit und in einem Land der kompletten Regulierungswut. Nicht nur aus Berlin kommt eine „bereichernde“ Idee nach der anderen sondern zwischenzeitlich natürlich auch aus Brüssel. Tuner haben nun nicht gerade eine große Lobby und wer keine große Lobby hat, der wird halt umso leichter Opfer von immer neuen Verboten und Geboten. Eine immens steigende Weltbevölkerung (zu meiner Lebenszeit hat sie sich fast verdoppelt, dass muss man sich einmal vorstellen) führt leider nicht nur zu beängstigenden Zukunftsvisionen sondern auch zu immer mehr Verkehr und immer mehr Umweltverschmutzung. „Grün“ ist daher das Thema der Stunde, nicht nur weil es gut für die Umwelt ist, sondern natürlich vor allem auch, weil sich mit „schlechtem Gewissen“ schon immer viel Geld machen lies. 

 

Apropos „Geld machen“: Alte Autos werden ja seit Jahren durch Kfz-Steuern, Durchfahrtsverbote und diese immensen Mineralölsteuern auf den Benzinpreis (da alte Autos ja oft auch tendenziell ein bisschen mehr brauchen) abgestraft. Wer sich kein neues Auto leisten kann, der hat halt Pech gehabt. Als Nächstes ist jetzt eben der Diesel dran, der uns Jahrzehntelang als Heilsbringer verkauft wurde. Dass all dies zu Entwertungen von Privatvermögen führt (wieviel weniger ist meine Karre plötzlich wert, wenn ich mit ihr nicht mehr in die Stadt fahren darf?), das interessiert da oben wie immer scheinbar niemanden. Wenn hingegen große Auto-Konzerne plötzlich durch manipulierter Software auffällig werden, frage ich mich ob das Grundproblem vielleicht ist, dass die Hersteller vor allem zur Erfüllung der geltenden Normen entwickeln und nicht zur realen Verbesserung des Produktes? Auch frage ich mich, wo denn bitte der Umweltschutz geblieben ist, wenn wir uns ständig neue und verbesserte Autos kaufen sollen, um noch all die ach so grünen Kriterien zu erfüllen. Denn so ein Auto muss ja auch produziert und am Ende wieder entsorgt werden. Das passiert ja auch nicht einfach durch Luft und Liebe alleine. Wäre da so ein Tuner oder einfach Autoliebhaber der seinen 69er Mustang, seinen 82er Golf oder seinen 99er Skyline hegt und pflegt nicht sogar umweltfreundlicher, wie der hippe Geschäftsmann, der alle 3 Jahre einen nagelneuen Firmenwagen ordert, natürlich mit grünem Gewissen und jetzt endlich auch 400 Hybrid PS? Oder geht es vielleicht einfach darum, uns immer neue Produkte zu verkaufen und damit immer mehr Geld zu verdienen? Aber bevor ich zu politisch werde, fasse ich diese kleine Dystopie nochmals in Worten zusammen: Der Automarkt ist im Wandel, bezahlen werden es wir und „Tuner“ sind für viele Otto-normal-Autofahrer zumindest eine „suspekte“ Randgruppe und gegen solche Randgruppen kann man eben leicht Front machen. 

 

Kommen wir lieber zum Thema „Raser“. Der „Raser“ per se ist ja schon von jeher eine Reizfigur. Aber nun ist ja sicher nicht jeder Tuner ein Raser, auch wenn uns dies die vorher genannten Reportagen gerne so verkaufen möchten. Andererseits, mal Hand aufs Herz, wenn ich die Diskussion höre, dass mein „Skyline, M3, RS5, Camaro usw.“ nächste Saison ganz dringend von 400 oder 500 PS auf 700 PS aufgezüchtet werden muss, dann werden diese PS vermutlich auch irgendwann, irgendwo einmal ausgetestet werden und dass muss durchaus nicht immer die Rennstrecke sein. Wenn ihr mir erlaubt einmal in der Zeit zurück zu reisen, kann ich euch eine Geschichte meines Onkels erzählen. Der hat mir berichtet, dass er einst mit seinem 40 PS Käfer in München am liebsten hinter Polizeifahrzeugen mit Blaulicht hergefahren ist. Denn es gab in München noch keine Geschwindigkeitsbegrenzung und die „grüne Minna“ mit heulender Sirene hat die Straße so schön frei geräumt. Davon können wir wohl heute nur träumen. Einige Jahrzehnte später, als ich selbst jung war, hatten unsere Autos im besten Fall gute 100 PS und so kam es zu den klassischen Manta vs. GTi Rennen. Allerdings waren die Straßen zu Zeiten des seligen Onkels ganz viel leerer und selbst zu meinen Jugendzeiten war noch um einiges weniger los als dieser Tage. Heute sind die Straßen voll und ich sehe massenhaft Jungs die sich mit 21 einen 300 PS Wagen gegönnt haben. Das kommt einerseits natürlich daher, dass Autos generell leistungsfähiger geworden sind, andererseits aber daher, dass Finanzierungen und Leasing ganz andere Möglichkeiten eröffnen, als zu meiner Zeit wo man die Kohle für ein Auto eben hatte oder auch nicht. Viele werden es nun nicht gerne hören, aber einen 300 PS Wagen musst du fahren und kontrollieren können und viele „langsame“ Fahrer können die Geschwindigkeiten solcher Raketen auch nicht mehr einschätzen. Ich denke viele von uns kennen das Szenario, wenn man mit 250 die Autobahn runter heizt und plötzlich zieht der Twingo, Meriva, Duster oder was auch immer, vor einem auf die linke Spur weil er mit 110, einen Lastwagen überholen möchte, der 107 fährt. Dass muss kein böser Willen sein, dass ist oft auch eine Unkenntnis der Geschwindigkeit anderer Fahrzeuge. Mein Vater hat immer zu mir gesagt - du musst beim fahren auf alle und auf jeden aufpassen und für alle anderen mitdenken. Das war der beste Tipp, denn ich je zum Thema Auto bekommen habe. 

 

Versteht mich nicht falsch: Ich falle auch immer noch auf den Werbespot von Freiheit und Geschwindigkeit rein, in dem der Darsteller mit seinem 400 PS Sportwagen durch die Kurven braust, ich habe viel zu viel Geld in meinem Leben für Autos ausgegeben und ich hasse Gedanken wie „Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen“. Dabei zeigt keiner mit dem Finger auf die Hersteller, die jede nächste Generation mit noch dickeren Motoren ausrüsten und all die Klischees von automobiler Freiheit und Coolnes mit Leben erfüllen. Man bedenke nur, dass in den 90er Jahren noch das letzte Modell des Ferrarri 348 gerade mal 320 PS auf die Straße brachte, eine Leistung mit der heute gefühlt jedes zweite Kompaktwagen-Topmodell angeboten wird. Die Beziehung von uns zum Leistungsthema scheint mir daher zwischenzeitlich ein bisschen verzerrt zu sein. Aber wie dem auch sei, die „schönen neuen Zeiten“ werden uns alle irgendwann überrollen und ich habe nicht das Gefühl, dass wir dem viel entgegen zu setzen haben. Vielleicht seid ihr jetzt die letzte Generation, die noch ein bisschen automobile Freiheit spüren darf. Das „Rasen“ wird in Zukunft immer mehr in den Mittelpunkt der Berichterstattung gestellt werden, alleine schon um das komplett überwachte, automatische Fahren zu propagieren. Die Erschaffung von in sich homogen erscheinenden Feinbildern wie „rasenden Tunern“ oder im Gegensatz dazu „schleichenden Rentnern“ erleichtert die immer höhere Bestrafung und die immer weiter um sich greifende Verkehrsüberwachung. Dass die Anzahl der Verkehrstoten seit Jahrzehnten trotz über die Maßen steigendem Verkehrsaufkommen sehr stark gesunken ist wird dabei ebensowenig erläutert wie die Frage ob eben jene Verkehrstoten nicht öfter auf das Konto von rasenden Vertretern in ihren schicken Firmenkombis, drängelnden Transportern oder mangelhaft ausgebildeten Hausmütterchen gehen. Natürlich ist immer noch jeder Verkehrstote einer zu viel, dennoch frage ich mich, wieviele Menschen schon gestorben sind, weil sie vom Pferd fielen, denn eines ist ja mal klar: Der menschliche Körper ist für den Aufprall von 30 km/h oder schneller nicht wirklich ausgelegt. So lange wir also fahren wird es Tote geben. Ob es eine Lösung für uns alle gibt weiß ich nicht. Selbst vollautomatisiertes Fahren wird zu unzähligen Toten führen weil die Technik versagt oder gehackt wird und dann wird das Geschrei nach der Schuldfrage erst richtig groß. Die Frage ist auch, wohin uns dies alles führt, wenn wir immer mehr persönliche Verantwortung abgeben und unser Leben nur noch von Servern, Computern und Maschinen kontrollieren lassen. 

 

Ich persönlich finde jedenfalls, dass es tendenziell viel zu wenige abgesperrte Rennstrecken gibt, bei denen sich Fahrer und Autos messen können und dass einschlägige Kurse oftmals viel zu teuer sind. Aber anstatt der Zuneigung des Deutschen zu seinem Auto damit Tribut zu zollen oder sich etwa darüber zu freuen, dass junge Menschen ihre Zeit damit verbringen an ihren Autos zu schrauben, anstatt mit 3 Promille von Club zu Club stolpern, werden uns wohl in naher Zukunft auch noch unsere ureigensten Autobahnen enteignet. Autobahn - ein Wort, welches selbst bei Amerikanern und Australiern freudiges und hoffnungsvolles Lächeln auslöst, auch wenn sie kein Wort deutsch sprechen. Und ausgerechnet diese letzten Bastionen von ein klein wenig Freiheit in einem beengten Land, immerhin unser Gemeinschaftseigentum, sollen jetzt an private Investoren verscherbelt werden. Die Rechnung bezahlen am Ende vermutlich wie immer wir oder kann sich irgend jemand erinnern, dass eine Privatisierung jemals zum Vorteil der Allgemeinheit war?

 

Aber zurück zu unserem eigenen Verhalten auf der Straße. Denn unser eigenes Verhalten wird maßgeblich daran schuld sein, wie, wo und wie oft wir uns überhaupt noch treffen können. Ich selbst habe dabei immer nach dem Motto gelebt, den eigenen Fahrstil an die jeweilige Situation anzupassen. Schlechte Sicht, nasse Fahrbahnen, zu viel Verkehr - es gibt einfach viele Situationen in denen rasen wirklich super gefährlich ist. Vernunft, Übung und Erfahrung sind hierbei leider Dinge die nicht gemessen werden können, wo man doch heute alles so gerne misst und katalogisiert. Dennoch sind sie meiner Meinung nach, noch immer die besten Unfallverhüter. 

 

Dabei ist das Umfeld eines Tuningtreffens sicherlich der schlechteste Platz überhaupt, um ein Rennen zu fahren oder „wild durch die Gegend zu rasen“. Jeder der das macht riskiert, dass er ganz alleine dafür verantwortlich ist, dass auch dieses Treffen verboten wird. Das ist nicht nur verantwortungslos der Allgemeinheit sondern im besonderen auch der ganzen Szene gegenüber. Und wo ich gerade dabei bin und die Saison vor uns steht: Ich hab jetzt selbst schon eine ganze Menge Autoevents veranstaltet und es ist völlig egal wie stark du aussiebst, wie hart du die Messlatte legst: Es ist immer einer dabei, der spätestens zwei Meter nach dem Tor nochmal richtig Gummi lässt, der die grünen Freunde durch allerlei illegaler Umbauten magnetisiert oder der es jetzt mal richtig allen zeigt, in dem er nicht nur schnell fährt, sondern am besten auch noch eine Driftvorführung auf der Hauptstraße macht. In den Fast & Furious Filmen ist das auch alles cool, in unserem Köpfen waren wir alle schon Paul Walker oder Vin Diesel, aber in der Realität der komplett reglementierten BRD 2.0 ist das alles einfach nur total scheiße, weil es alle anderen in Misskredit bringt. Also erst denken, dann fahren. Jeder von uns hat eine Mitverantwortung für die ganze Szene und eine Mitverantwortung denen gegenüber, die uns trotz aller Widrigkeiten jedes Jahr wieder eine ganze Menge toller Treffen auf die Beine stellen. In diesem Sinne wünsche ich allen eine knitterfreie Saison, viel Spaß, wenige Kontrollen und ein bisschen Einsicht, Voraussicht und auch Nachsicht mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Text: Andreas Leffler



Das Buch zur Reise quer durch die USA
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