JDM - Rising Sun

JDM Reise 2018

Liberty Walk Teil 2

Ein Tag in einer vollkommen anderen Welt: Aber was macht Liberty Walk für uns so besonders, warum ist die Marke weltweit so bekannt und so beliebt und das wichtigste: Warum ist LB interessant für die Deutsche Auto- und Tuningszene?

 

Wataru Kato, der Gründer von Liberty Walk hat seine weltweite Kariere ganz klein angefangen. Schon bevor er den Führerschein hatte, war für ihn klar, dass er beruflich etwas mit Autos zu tun haben will, denn er ist ein Schrauber mit Leib und Seele. 1991 hat er als Gebrauchtwagenverkäufer mit der Liberty Walk Garage angefangen. Seine Leidenschaft für das personalisierte Tuning an Fahrzeugen begann mit einem roten BMW 850, der von Schnitzer umgebaut war. Diesen roten BMW hat Wataru Kato bis heute nicht vergessen, denn das war vielleicht sogar der Ursprung von allem was Liberty Walk heute ist.

Im Jahr 1993 gründete er die Firma Liberty Walk Performance. Am Anfang wurde nur mit normalen Aftermarket Teilen getunt und 2008 fing er an selbst Car-Parts zu entwickeln, zu bauen und zu verkaufen. Sein erstes „Projektauto“ war ein Lamborghini Murciélago. Im November 2009 stellt er diesen Lamborghini Murciélago das erste mal auf der SEMA in Las Vegas aus, damals noch ohne Breitbau. 

 

Die Philosophie von Liberty Walk liegt darin, moderne Super-Cars mit dem Fahrzeugdesign der heutigen Zeit durch die selbst entwickeln Car Parts, welche durch den japanischen Rennsport der 70er Jahre inspiriert wurden, zu etwas Individuellem zu verschmelzen. Daher werden nicht nur Aero-Kits verbaut, sondern auch andere Teile wie Auspuff, Interieur und Luftfederung ergänzt. Der Liberty Walk Stil ist somit viel mehr als einfach nur genietete Fenders. Diese Philosophie führte 2012 zum weltweiten Durchbruch.

 

Auf der SEMA in Las Vegas sorgte Kato San mit seinem LB Team in diesem Jahr für großes Aufsehen mit der offiziellen Markteinführung der LB Works Reihe. Der Lamborghini Murciélago mit auffälligem Breitbau Aero-Kit lies die Amerikaner ordentlich staunen. 2013 explodierte dann der LB Hype. Erst wurde im Frühjahr Wataru Kato zum 50. Jährigen Lamborghini Jubiläum eingeladen und dann im Herbst 2013 ging es wieder auf die SEMA. Dort stießen wir auch das erste Mal auf Liberty Walk und wir waren sofort fasziniert von dieser neuen, mutigen und innovativen Art des Custom-Fahrzeugbaus. Wir waren positiv überrascht von dem offenen und freundlichen Umgang des Liberty Walk Team mit uns und den anderen Besuchern. Das war für uns von Import Society der Grundstein der Freundschaft mit Liberty Walk.

 

5 Jahre später haben wir unsere Freunde in Japan in Ihrer Liberty Walk Garage besucht. Wir durften uns alle Autos in Ruhe ansehen und haben eine persönliche Führung von Wataru Katos Sohn bekommen. Hyuma Kato zeigte uns ein paar besonders schöne LB Schätze.

In der „Oldtimer Garage“ stehen die restaurierten und umgebauten japanischen Oldtimer zwischen getunten japanischen Motorrädern und besonderer amerikanischen Dekorationen.

Zuerst hat uns Hyuma sein „Baby“ gezeigt, einen Nissan Skyline Hakosuka mit RB25 NA Motor. Das Schrauben liegt bei LB wirklich in der Familie, wie man bei Hyumas umgebauten Skyline deutlich sieht. Mit  viel Liebe zum Detail wurde dieser weiß/grüne Nissan aufgebaut. Hyuma sagte uns der Hakosuka ist noch lange nicht fertig, den es gibt immer etwas zu tun.

„Never-Ending-Baustelle“, etwas das jeder Schrauber kennt. Ein weiteres Highlight in der Garage ist die Nissan Fairlady S30Z. Diese Fairlady stand 2018 auch auf der Essen Motorshow auf dem LB Stand. Diese Lady ist ein schönes Beispiel wie man einen Oldtimer, oldschool aber trotzdem mit neuer Technik tunen kann.

In der Hauptgarage stehen u.a. die aktuellen Projektautos. Auf dem Weg zur Garage wurden wir von einem BMW M4 Zerofighter überrascht. Der Besitzer parkte sein LB BMW direkt vor dieser Garage, stieg aus und lief zum Café rüber. Wir nutzten diesen Moment und schauten uns den Wagen etwas genau an und entdeckten, dass der Schlüssel noch im Auto war. Wir hätten also einfach eine Runde mit dem Auto drehen können. Das Aero-Kit in Verbindung mit den Felgen und dem lackierten Zerofighterdesign ist einfach perfekt und steht dem BMW einfach. 

In der Halle selbst standen eine Menge farbenfrohe und sehr aufwändig umgebaute Autos. Ein grüner Lamborghini Murciélago, neben einem roten Honda NSX, neben einem schwarz roten Lamborghini Miura. Dahinter versteckte sich ein gelb-grüner Mazda Savanna RX-3 und ein kleiner blauer Honda Civic.

Vor der Halle stand das brandneu veröffentliche Bodykit für den Toyota GT86. Liberty Walk bietet nicht nur Aero-Kits für Super Cars an wie Lamborghini, Aventador oder Mclaren sondern auch für einige „normale“ Autos. Die japanischen Besitzer solcher LB Super Cars möchten nämlich auch im Alltag mit besonderen Autos fahren. Daher gibt es auch normale Dailycars wie den Toyota GT86 oder Toyota Prius, den Mini Cooper oder die beliebten BMW 4er Serie und den BMW Z4 sowie auch den in Deutschland sehr beliebten Audi A5/S5  und den Mercedes C63 W204 als Liberty Walk Version. Natürlich kosten die Kits für diese Autos ebenfalls Geld, aber Liberty Walk verkauft einfach echte Spezialitäten.

Wir wünschen uns für die deutsche und europäische Szene mehr davon, egal ob Toyota, Nissan, BMW, Audi, Ferrari  oder Lamborghini. Es wird Zeit die Szene etwas bunter und individueller zu gestalten und zu zeigen, dass ein Breitbau Bodykit egal ob von Liberty Walk oder von Pandem Rocket Bunny oder von RAUH-Welt  mehr ist, als nur ein paar „hingespaxte“ Fenders.

Text: Jasmin Stuelpner, Bilder: Ralf Eberhardinger


JDM Reise 2018

Liberty Walk Teil 1

Heute zeigen wir euch etwas für uns sehr Besonderes: Auf einer früheren „Autoreise“ zur Sema kamen wir mit einer mittlerweile weltberühmten japanischen Firma ins Gespräch. Nach einiger Zeit ist aus diesem ersten Gespräch ein freundschaftlicher Kontakt entstanden und dadurch auch eine Einladung zu einer Tasse Kaffee in der Firmenzentrale. Das war für uns ein erster Auslöser, um diese Japan Reise überhaupt erst zu planen.

 

Heute nehmen wir euch mit zu Wataru Kato, dem Gründer von Liberty Walk in Aichi bei Nagoya, Japan.

Wir haben unsere ganze Reise mehr oder weniger nach diesem Besuch geplant. Das war gar nicht so einfach, da im August auch in Japan Sommerferien sind und viele Firmen Betriebsurlaub haben. Daher blieb nur ein einziger Tag, der für alle passend war und auch an diesem Tag waren alle reichlich beschäftigt, weil es der erste Tag nach dem großen Sommer-LB-Betriebsurlaub war. Die Straße in der Liberty Walk seinen Sitz hat ist eigentlich eine ruhige unscheinbare Straße in einer Kleinstadt, die an Nagoya angrenzt.

 

Das Erste was wir gesehen haben, war die Außenstellfläche von Liberty Walk. Hier stehen die LB Autos, die zum direkten Verkauf angeboten werden, wie zum Beispiel der weisse Audi R8 mit dem Breitbau-Umbau. Dieser Audi R8 steht ohne Absperrung oder sonstige offensichtliche Sicherheitsabsperrungen einfach auf dem freizugänglichen Gelände, direkt an der Straße.

Der R8 ist von Haus aus ein Seriensportwagen der Eleganz, Schönheit und Sportlichkeit ausstrahlt. Aber auch ein fast perfektes Serienauto, kann man nach seinen persönlichen Vorstellungen noch optimieren. Diesem Achtzylinder R8 hat Wataru Kato mit seinem LB Team jedenfalls ein ganz neues individuelles Aussehen verpasst. Das komplett Bodykit besteht nicht nur aus „Fenders“ sondern auch aus einer Frontschürze, Seitenschwellern, einem Heckdiffusor und einem sog. „Ducktail“ Spoiler. Natürlich ist das Bodykit nicht alles an diesem R8, zum gesamt Paket gehört noch eine FI Exhaust Auspuffanlage, ein AirREX Luftfahrwerk und mehrteilige 20 Zoll SSR Executor Felgen. Bei LB Umbauten steckt die Liebe im Detail, wie man u.a. an den individuell lackierten Bremssättel sieht.

Auf dem Verkaufsplatz stehen nicht nur, neuwertige Luxussportler. Die Japaner sind bekannt für Ihre Liebe zu kleinen Kei-Cars. Das sind Autos unter einem Liter Hubraum. Ja auch diese kann man bei Liberty Walk umbauen lassen. Die neusten zwei verfügbaren Umbauten sind für den Honda S660 und den Daihatsu Copen. Der Honda S660 sieht aus wie ein kleiner NSX. Von weitem glaubt man ein NSX wäre beim waschen eingegangen, weil er zu heiß gebadet wurde. Der kleine NSX ist aktuell nur in Japan erhältlich und ist ein beliebtes DailyCar für die Großstadt. Mit umgerechnet ca. 15.000€ Neupreis ist er in der Anschaffung preiswert und durch seinen niedrigen Hubraum im Unterhalt Steuerfrei.

Der Daihatsu Copen hat auch einen sehr speziellen Umbau. Das Kei Car sieht nach dem LB Umbau aus wie ein kleiner Nissan GTR. Er hat auch einen großen Vorteil zu seinem „großen Bruder“, den Copen gibt es nämlich als Cabrioversion. Wer schon immer ein Cabrio in GTR Optik für den Alltag wollte, der kann sich seinen Traum nun erfüllen. Mit diesen zwei kleinen Hinguckern, wäre man in Deutschland auf dem nächsten Treffen ein ganz Großer.

Die Firma Liberty Walk ist ein schönes Ausflugsziel, nicht nur für Menschen die einen LB Umbau für ihr Auto möchten, oder Autofreaks wie uns, sondern auch für Familien. Hier gibt es auch das LB Cafe. Dort kann man gemütlich einen Kaffee trinken oder zu Mittag essen. Wir haben den Kaffee und das Essen natürlich probiert. Unser Fazit: Großartiger Kaffee, sehr leckeres Essen und der Preis ist durchaus familienfreundlich.

Eine Besonderheit im Café ist der Lamborghini Murciélago. Ein Lamborghini Murciélago ist für sich schon eine Seltenheit, aber dieser hier ist doch nochmal etwas besonderes. Wataru Katos alter Lamborghini Murciélago wurde für den in Japan sehr beliebten Profi Drift Sport umgebaut. Der Fahrer des Lamborghini Murciélago ist der berühmte Drifter Daigo Saito. Er und sein Team waren die ersten „Verrückten“ die mit einem LB Bodykit in einem italienischen Luxus Hyper Car erfolgreich driften gingen. Man muss schon irgendwie positiv verrückt sein, wenn man mit einem Italienischen Supersportwagen, der einen Neupreis von 350.000 Euro hat, an einem materialfressenden und gefährlichen Rennsport teilnimmt, oder?! Wenn der Lamborghini Murciélago nicht im Renneinsatz ist, steht er als Ausstellungsstück im LB Café und man kann sich dieses unglaubliche Projekt in Ruhe ansehen. Wir hatten sogar das Glück und durften Probesitzen und uns so ein wenig fühlen wie ein Profi-Drifter.

Im Gebäude daneben ist der große LB Shop. Hier gibt es die typischen Merchandising Artikel, wie Aufkleber, Modellautos und Caps, aber alles ist sehr schön aufbereitet und präsentiert, eine echte Boutique mit Wohlfühlfaktor! Das Ganze teilt sich auf zwei große Räume auf: Einmal eine Art Spielhalle mit Spielautomaten, wie Rennspiele, Dart, Flipper usw. und einer riesigen Wand voll mit allen jemals hergestellten LB Modellautos. Im Shop selber gibt es dann gefühlt alles zum Thema LB von A wie Aschenbecher bis zu Z wie Zerofighter Kids Car, aber auch Kleidung, Sticker und Anhänger, Handtaschen und Schmuck für Frauen und Männer, Golfzubehör, Deko-Kissen, Krawatten und selbst wer auf dem stillen Örtchen nicht ohne LB Leben kann wird hier fündig. Das Angebot vor Ort ist sogar größer als im Onlineshop, 

Ein Ausflug lohnt sich definitiv, denn es gibt noch mehr schöne und seltene Autos zu sehen. Diese zeigen wir im kommenden zweiten Teil unserer Liberty Walk Geschichte.

Text: Jasmin Stuelpner, Bilder: Ralf Eberhardinger


JDM Reise 2018

Die History Garage

Unsere Tour durch Japan ist noch nicht zu Ende und unsere Tour durch das Toyota Mega Web auch noch nicht. In einem „kleinen“ Nebengebäude des Toyota Mega Webs ist ein historischer Schatz versteckt: Die History Garage.

 

Einen kleinen Einblick von der History Garage habt ihr in einem früheren Bericht schon bekommen. Hier war die Sonderausstellung zum 24h Rennen von LeMans. Wer den Bericht noch nicht kennt, es lohnt sich ihn nachzulesen.

Für uns ging es aber jetzt in Richtung Grease GPS. Auf dem Weg dorthin liefen wir einer echten Rallye Bekanntheit über den Weg. Die Rallye Toyota Cellica GT4, ST 185 aus dem Jahr 1992, immer noch mit deutschem Kennzeichen und TÜV Plakette. Im Jahr 1992 bis 1994 gewann sie mehrmals den Fahrertitel und Herstellertitel in der FIA World Rallye Championship.

Die Rallye Geschichte war in Bildern, Timelines und Modellautos ausführliche dargestellt. Eine weitere Besonderheit stand direkt dahinter. Der Toyota 222D. Was ist der Toyota 222D und was machte ihn so besonders? Der 222D war die Antwort von Toyota auf den Ur Quattro von Audi und den Lancia Delta S4. Dieser 222D ist einer der letzten zwei von nur 10 gebauten. Also eine echte Rarität.

Endlich im Grease GPS angekommen waren wir überwältigt. Hier war die größte Ansammlung an zu kaufenden JDM Modellauto aller erdenklichen Größen, Farben, Modelljahre und -versionen. Beeindruckt davon haben wir uns erst einmal eine kleine Auszeit im Cafe & Bar Grease gegönnt. Bei einer gemütlichen Tasse Kaffee kann man im Restore Pit, den Schraubern beim Restaurieren ihrer Oldtimer durch eine große Glaswand zusehen. Die Besonderheit hier ist, dass Kinder wenn sie möchten, unter Anleitung beim Schrauben helfen können, im originalen Toyota Mega Web Overall. Ralf wäre hier gern wieder ein Kind gewesen.

Im Obergeschoss gab es die nächsten History Highlights: In einer Art Theaterkulisse der japanischen 60ér Jahre wurden Autos, Mode, Lifestyle und der Traum, dass jeder Japaner ein eigenes Auto besitzen kann, gezeigt. Hier wurde das damalige typische Leben nachgestellt. Es gab Autos von Toyota, Nissan und Honda zu sehen und sogar einen kleinen deutschen VW Käfer. Hier fühlte man sich wie in einer anderen Zeit.

Ein schönes Ausstellungsstück aus dieser Zeit war die Nissan Fairlady Z 432 BJ 1971. Dieses wunderschöne restaurierte Sondermodell, wurde damals entwickelt um ein japanisches Gegenstück zu den europäischen Luxussportwägen zu sein.

Text: Jasmin Stuelpner, Bilder: Ralf Eberhardinger


JDM Reise 2018

Toyota City Showcase

Heute machen wir einen Ausflug der anderen Art. Wir fahren über die Regenbogenbrücke in eine andere Welt. Okay, das klingt jetzt etwas zu sehr nach Fantasie-Welt aber es ist wirklich so.

 Wir sind mit dem Zug unterwegs nach Odaiba. Odaiba ist eine künstliche Insel in der Bucht von Tokyo. Um nach Odaiba zu kommen muss man über die sog. Rainbowbridge fahren. Die Rainbowbridge hat ihren Namen nicht von der Regenbogenstrecke aus Mario Kart erhalten, sondern weil sie am Abend in bunten Farben beleuchtet wird. Aber für alle Mario Kart Fans: Man kann beim Anbieter MariCar im Mario Kostüm über die Rainbowbridge fahren, nur man darf nicht mit Bananenschalen werfen.

 

Doch zurück zum Thema: Wenn man auf der Insel Odaiba ankommt ist es eine gänzlich andere Welt im Vergleich zur Innenstadt von Tokio. Ein großer Strand, sehr viel Grünflächen und zahlreiche Ausflugsziele für Familien und Touristen erwarten uns. 

Eines dieser Ausflugsziele ist das Toyota Mega Web. Wir haben hier schon einen kleinen Bericht über die Sonderausstellung zum 24h von Le Mans am Anfang unserer JDM Montags-Artikel veröffentlicht. Heute aber möchten wir euch das Toyota City Showcase zeigen. Grob gesagt kann man es mit der BMW Welt in München vergleichen, nur eben mit Toyota Fahrzeugen und Toyota Antriebstechnik. Der Eintritt ist frei und es ist jeden Tag von 11-21 Uhr geöffnet. Im ersten OG des Showcase gibt es ein Cafe und eine große Technologie-Zone. Hier wird großen und kleinen Toyota Fans genau erklärt und gezeigt, wie Mobilität funktioniert und wie Mobilität in Zukunft aussehen kann.

 

Wer möchte kann  beim kostenlosen Sicherheits-Fahrsimulator, virtuell über die Straße und auch über Rennstrecken fahren. Man kann zum Beispiel mit dem Toyota FT1 über eine Gran Tourismo Strecke fahren. Wer sein Geschick beim echten Fahren testen will, kann auch über die kleine Teststrecke mit einem Segway eine farbige Route nach fahren.

Für alle Schrauber zeigt Toyota das neue 8-Gang Stufenlose Automatik Getriebe. Hier kann man sich in Ruhe ansehen wie das Getriebe aufgebaut ist und es wird unkompliziert erklärt wie es funktioniert. Wann sieht man schon ein ausgebautes und teil-zerschnittenes Getriebe ?

Toyota zeigt natürlich auch seine Hauptantriebsart: Der Hybrid Antrieb wird hierbei kinderleicht erklärt, am Fahrzeug mit digitaler Unterstützung. Die digitale Unterstützung sah so aus, dass auf einem XXL Tablett in verschiedenen Sprachen (u.a. Deutsch), erklärt wurde, wie beispielsweise die entstehende Energie beim Bremsen, in die Batterie gespeist wird und zu einem anderen Zeitpunkt das Fahrzeug durch diese Energie rein oder teil-elektrisch bewegt wird. Zeitgleich zur digitalen Erklärung gab es ein Lichtsignal am Ausstellungsfahrzeug.

Eine große Hoffnung für die Zukunft im Hause Toyota ist der Wasserstoffantrieb. Wir haben über den Antrieb im Toyota Mirai schon berichtet. Im Showcase wurde dieser Antrieb ebenfalls ausführlich erklärt. Das Modell stand vor einer großen LED Wand. Auf der LED Wand wurde ein Luftstrom simuliert und gezeigt wie er durch die Front angesaugt wurde und im Fahrzeug dann in Bewegung umgewandelt wird. Das gesamte Wasserstoffantriebssystem wurde schön am Modellfahrzeug gezeigt. Man konnte die Carbontanks deutlich sehen und die zu und Ableitungen und deren Sicherheitssystem. Falls es zu einem Leck kommen sollte gibt es unzählige Sicherungsventile die eine „Katastrophe“ verhindern sollen.

Im Vergleich beim handelsüblichen Verbrentnermotor gibt es keine Sicherheitsventile. Sollte die Kraftstoffleitung einen Riss haben, tropft es einfach heraus.

Design ist ebenfalls ein großes Thema hier. Es gibt eine extra Station wo versucht wird einfach zu erklären wie ein Auto designt und entwickelt wird. Design ist grenzenlos, das sieht man auch deutlich an den Entwicklungsideen für die Zukunft.

Im Erdgeschoss des Toyota Showcase kann man nach Herzenslust die verschiedenen Toyota Modelle anschauen und bei vielen sogar Probesitzen. Hier stehen aktuelle Fahrzeuge wie der Toyota CH-R, der neue Toyota Crown RS, der Toyota Vitz (Yaris), und einige andere. Vom Toyota Tuner TRD und GazooRacing gibt es auch einige getunte Toyota Versionen und man kann bei TRD für den Toyota GT86 eine ganze Wand an Tuningteilen bestaunen.

 

Bewundern kann man auch den Lexus LFA von GazooRacing. Ein LFA ist schon eine Seltenheit im JDM Bereich und dann noch eine Rennversion vom 24h Rennen sehen zu können ist ein kleines Wunder.

Was uns ebenfalls verwundert hat, wie offen und herzlich Toyota und die Japaner mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen umgehen. Es gibt eine kleine Sonderausstellung, den Toyota Heartful Plaza, mit Fahrzeugumbauten für behinderte Menschen. Unter der Marke Welcap gibt es für verschiedenste Toyota Modelle ein breites Angebot an individuellen und bezahlbaren Rollstuhlumbauten. Diese Fahrzeuge können sogar vor Ort kostenlos getestet und probegefahren werden.

 

Auch die anderen Toyota Fahrzeuge und die TRD Versionen können kostenlos vor Ort gefahren werden. Hierzu muss man sich nur vorab für sein Wunschfahrzeug online anmelden. Nach dieser Anmeldung kann man auf der Toyota Mega Web Teststrecke selber sein Traum-Toyota fahren. Wir konnten aber leider keine Testfahrt machen, da wegen den Sommerferien alle freien Termine ausgebucht waren. Aber unsere Japan Tour ist ja noch lange nicht am Ende. 

Text: Jasmin Stuelpner, Bilder: Ralf Eberhardinger


JDM Reise 2018

Godzilla Tuning bei Matchless Crowd Racing

Durch den Monsun ging es weiter. Auch heute hatte uns der Regen wieder voll im Griff aber wir ließen uns trotzdem nicht aufhalten und erreichten in den Randgebieten Tokyos unser heutiges Ziel - Matchless Crowd Racing. Matchless Crowd Racing, auch MCR genannt, ist eine bekannte Nissan Tuningschmiede. MCR hat einen legendären Nissan Skyline R34 GTR in rot gebaut, der auf den japanischen Rennstrecken einige Rekorde geknackt hat. MCRs engster GTR Mitstreiter ist die Japanische Firma Mine's. Mine's haben wir auf unserer Reise auch besucht aber dazu kommt an einem andern JDM Montag ein eigener Bericht.

 

MCR steht für grandiose Tuningumbauten an Nissan GTRs und an Fairladys, aber auch an den Silvia Baureihen. MCR und Nissan gehören einfach zusammen. Die japanische Firma verfeinert und optimiert die Fahrzeuge komplett, von Motor und Steuergerätsoptimierung über Aero Parts bis hin zu Fahrwerksdynamik. Wer es möchte und sich leisten kann, kann seinen Nissan egal ob Neuwagen oder Legende komplett umbauen lassen, vom MCR Gründer Kobayashi-San persönlich.

Die Umbauten von MCR sind eher für die Rennstrecke und den Rennbetrieb ausgelegt. Dabei besteht wie bei den meisten japanischen Firmen, der Reiz darin, das beste aus den gesamten  Fahrzeugen herauszuholen. Es geht hierbei nicht darum, zum Beispiel nur extrem viel Leistung zu haben, sondern diese viele Leistung auch durch Komponenten wie dem passenden Getriebe oder ein dafür ausgelegtes Bodykit im Einklang zu perfektionieren. Als wir bei MCR ans Hallentor klopften, stach uns gleich Ihr aktuelles Demo Car ins Auge. Das dynamische Nissan Rot des R35 ist kaum zu übersehen.

Wir fragten ganz höflich beim Mechaniker ob wir uns in der Firma etwas umsehen dürfen. Er schaute uns etwas überrascht an und sagte nur kurz „English“. Wir nickten mit den Köpfen und er holte sein Handy heraus und fing an darauf zu tippen und es uns dann unter die Nase zu halten. Er zeigte uns ein Übersetzungsprogramm in dem stand, dass es ihm sehr leid tue, aber sein Englisch nicht so gut sei wie unseres. Wir nahmen ebenfalls unsere Handys zur Hand und gaben in den Übersetzter die selbe Frage nochmals ein und ließen diese vom Programm auf Japanisch übersetzten. Es war für uns eine ganz neue Erfahrung, digital mit jemandem zu sprechen, der direkt vor einem steht. Aber scheinbar ist das in Japan normaler als in Deutschland.

 Er erlaubte uns die Firma anzusehen und erzählte uns, natürlich per Handy, einige interessante Sachen über die Firma MCR und das aktuelle Demo-Car. Wir fragten selbstverständlich nach, ob Kobayashi-San auch da wäre. Der Mitarbeiter vertröstete uns leider, das Kobayashi-San aktuell sehr beschäftigt ist und nicht gestört werden darf.

Der vibrant-rote R35 Nismo ist das aktuelle Vorzeigefahrzeug von MCR. Es wurde schon viel umgebaut daran.  Kobayashi-San hat ein schönes Auge für Details und Stil. Das sieht man deutlich an den schön passenden 20 Zoll BBS Dura Felgen mit der Endless Carbon Bremsanlage. Im Motorraum waren die Abdeckungen durch Carbon Abdeckungen getauscht worden und die Haubendämpfer wurden ebenfalls getauscht. Und was uns gleich aufgefallen ist, war neben dem vielen serienmäßigen Carbon, das Vollcarbon-Dach, das MCR für umgerechnet 2300€ im Shop anbietet, natürlich plus Arbeitszeit. Warum aber sollte man sein bestehendes Dach durch ein Vollcarbon-Dach für so viel Geld ersetzten? Für MCR aber ist die daraus entstehende Gewichtsreduzierung im Rennbetrieb sehr wichtig. Das originale Dach wiegt ca 7,1 kg und das Vollcarbondach 2,6 Kilo. Die Reduzierung um 4,5 kg mit einer Optimierung des Schwerpunktes bringt im Fahrverhalten bessere Ergebnisse. Weitere Modifizierungen sind aktuell in der Testphase.

In der Werkstatt war gerade ein Kundenfahrzeug auf der Hebebühne. Ein brilliantweißer R35 Nismo. Hier wurde im Kundenauftrag eine Volltitan-Auspuffanlage ab Kat eingebaut. Eine Endless Carbon Bremsanlage war ebenfalls schon verbaut, zusammen mit Yokohama Wheels. Dieser GTR war scheinbar nicht das erste mal bei MCR.

Für uns die war die wichtigste Frage, die nach dem legendären roten R34 GTR. Ein Traum für alle Godzilla Fans und ein Albtraum für alle anderen. Dieser rote Godzilla ist bekannt dafür, dass er seine Gegner auf der Rennstrecke ziemlich alt aussehen lässt. Leider war der rote R34 zur Zeit nicht hier, sondern an einem anderen Standort untergebracht. Aber er hatte eine Alternative für uns auf Lager, den legendären silbernen R34, sozusagen den Street-Zwilling. Den silbernen R34 hat sich Kobayashi-San selbst zum 60. Geburtstag geschenkt und ihn so optimiert wie er es wollte. Sein Ziel war es, dass der GTR auf den ersten Blick wie ein Serien GTR aussieht und man nur auf den zweiten Blick erkennt, was hier alles modifiziert wurde. Das hat er wohl sehr gut hinbekommen, wirkt der Wagen auf den ersten Blick wie ein sehr cleaner GTR in tadellosen Zustand. 

 

Auf den zweiten Blick erkennt man die Feinheiten. Der Innenraum ist ausgestattet mit einer M-Spec Lederausstattung und der Dachhimmel und die Sonnenschutzblenden wurde gesattelt. Die Yokohama Wheels und die Endless Bremsanlage unterstreichen diesen klassischen Look. Unter der Vollcarbon Nismo Haube versteckt sich ein heftig modifizierter RB Motor. Die dort aufgebaute Leistung, hört man auch deutlich aus der Volltitan Auspuffanlage. Gänsehaut pur. Wir waren sprachlos beim Anblick von diesem bemerkenswerten GTR.

Wenn man die legendären „HotVersionVideos“ ansieht, sagen die bekannten japanischen Rennfahrer, Manabu Orido und Nobuteru Taniguchi, dass dieser Street Legal GTR, einen großen Reiz ausübt, wenn man ihn fährt. Die Fahrdynamik ist unbeschreiblich und der Sound ist unverwechselbar. Das Fahren ist etwas „Retro“, da man hier noch schaltet und kuppelt.

Kobayashi-San sagt, er liebt seinen R34 weil er hier nicht nur Gast in seinem Auto ist, wie ist in den heutigen Supersportlern ist. Hier ist es wirklich noch so, dass man eins mit dem Auto und der Straße ist. Als wir uns verabschieden und bedankten wollten, hatten wir noch ein besonders schönes Erlebnis. Wie selbstverständlich lief  Kobayashi-San an uns vorbei. Ich glaube Ralf fiel in diesem Moment das Herz in die Hose. Sofort verbeugte sich Ralf vor ihm, wie man es in Japan eben so macht. Der Mitarbeiter erklärte ihm darauf kurz wer wir sind, was wir hier tun und woher wir kommen. Seine Reaktion auf unsere weite Reise war typisch freundlich japanisch und er bot uns sofort ein gemeinsames Foto und ein Autogramm an. Nachdem wir uns damit einen weiteren "Autotraum" erfüllt hatten ging es zurück zum Zug. Wir werden bei unserer nächsten Japan Reise wieder bei MCR vorbei schauen, aber dann im neuen MCR Standort. Vielleicht haben wir dann Glück und sehen den roten R34 GTR.

Text: Jasmin Stuelpner, Bilder: Ralf Eberhardinger

 


JDM Reise 2018

Yashio Factory, pinkes Mekka für Silvia Drift- & RACECARS

Weiter geht es heute mit unserer JDM Reise - Teil 5. Wir sind immer noch in Tokyo, wo wir eigentlich auch fast immer Glück mit dem Wetter hatten. Die Sonne strahlte vom Himmel und die Temperaturen stiegen meist auf knapp 40 Grad. An diesem Mittwoch war aber alles anders. Das japanische U-Bahn TV zeigte in seiner Vorhersage Wolken und Regen an. Wir dachten uns dabei nicht viel und erwarteten einen kurzen „Hitze-Schauer“ und planten für diesen Tag eigentlich einen Ausflug in die Randgebiete von der Stadt, wo knapp 30 Kilometer vom Tokyo Hauptbahnhof entfernt unser Ziel lag - die Yashio Factory. 

 

Erstmal für alle Bayern als Vergleich, der Zulassungsbezirk München (Kennzeichen M) hat einen Umkreis vom Hauptbahnhof von maximal 20 Kilometer, es war also eine ganz schöne Strecke. Der kurze Hitzeschauer hat sich dann auch noch als waschechter Monsunregen herausgestellt. Diese Naturgewalt hat uns aber nicht abgehalten, den Gründer von Yashio Factory, Herrn Kazuyoshi Okamura zu besuchen. Herr Kazuyoshi Okamura war positiv überrascht als zwei klatschnasse deutsche Fans an das Hallentor seiner Firma klopften und respektvoll fragten ob sie sich etwas umsehen dürften. Schnell war das Eis gebrochen als klar wurde, dass die Arbeit und Erfolge der Firma sogar in Europa bekannt waren. 

 

Yashio Factory ist eine kleine japanische Tuning Firma, die sich auf den Umbau von Nissan Silvia Modelle spezialisiert hat. Der Schwerpunkt der Umbauten liegt auf der Balance zwischen der Leistungssteigerung und dem Straßenkomfort. Einfach ausgedrückt, Kazuyoshi Okamura möchte dass man mit seinen Fahrzeugen auf der Rennstrecke Erfolge feiern kann und anschließend damit auch gerne noch auf eigener Achse wieder heimfährt. Seine persönliche Bestleistung war eine bemerkenswerte Rundenzeit von 58 Sekunden auf dem Tsukuba Circuit mit seiner Nissan Silvia S15. Einen Namen hat sich Kazuyoshi Okamura durch seine perfektionierten Kühlsysteme im Rennsport gemacht. Seiner Meinung nach liegt der Erfolg eines Fahrzeuges und die Stabilität eines Motors in der Kühlung. Bei den extremen Belastungen auf der Rennstrecke und im Driftsport muss die Kühlung des Motors optimal sein um bestmögliche Zeiten zu erzielen ohne den Motor zu schädigen. Dieser Gedanke hat aus einer hobbymäßigen Leidenschaft den Grundstein seiner Firma gemacht. 

Wer in Deutschland die Driftserie D1 verfolgt kennt die leuchtend pinken Silvias von Yashio Factory. Die Firmenfarbe ist genau dieses Magenta Pink und so sind die meisten Fahrzeuge auch lackiert. Sie stechen im Renn- und Driftsport nicht nur farblich heraus sondern auch mit ihren Erfolgen. 

So wundert es uns nicht, dass Kazuyoshi Okamura mit seinen Umbauten nicht nur seine eigenen Fahrzeuge verbessert, sondern auch viele Kundenfahrzeuge in Japan und China umbaut. Yashio Factory verbaut für seine Projekte nur Markenteile aus dem Hause, Nismo, HKS, Endless, Rays, Bride und selbstentwickelte Teile. Bei Felgen und Reifen setzt er meist auf Yokohama Wheels und Yokohama Tires - weil „Fake Parts break Hearts!“ Seine selbst entwickelten Teile sind so beliebt, dass diese über die Seite RHD Japan auch in Deutschland bestellt werden können. Natürlich in der Firmenfarbe pink oder alternativ in grau.

Wir wurden herzlich von  Kazuyoshi Okamura und seiner Mitarbeiterin Serina Suzuki aufgenommen und uns wurde die Werkstatt gezeigt und die aktuellen Umbauten erklärt. 

Die Werkstatt wirkt im ersten Moment etwas chaotisch, aber auf denn zweiten Blick sieht man das aufgrund des Monsuns die Fahrzeuge schnell vom Vorplatz in die Halle gebracht wurden und so der Platz einfach begrenzt war. Serina Suzuki erzählte uns, dass sie selbst auch eine begeisterte Drifterin und Schrauberin ist und in ihrer Kategorie schon einige Erfolge mit ihrem Nissan 180 SX – S13 feiern konnte. Nach einem tollen Vormittag wollten wir uns schließlich wieder zu Fuß Richtung Bahnhof auf machen aber Herr Kazuyoshi Okamura wollte uns nicht durch den Monsun laufen lassen. Er bestand vielmehr darauf, uns in seinem Trainingsauto zum Bahnhof zu fahren. Dieses Angebot konnten wir natürlich nicht abschlagen und wurden so von den Beiden zum Bahnhof gefahren. Unser pinkes Drift Taxi brachte uns also sicher zum Bahnhof und was soll ich sagen, das Gefühl war unbeschreiblich. Das Trainingsauto ist für Driftanfänger mit sanften 350 PS aufgebaut, die sich im Straßenverkehr anfühlen wie wenn man in einem normalen Neuwagen über die Straßen gleitet. Am Bahnhof angekommen war auch für die Japaner vor Ort das Auto ein echtes Highlight und wir hatten einen weiteren unvergesslichen Tag auf unserer JDM Tour hinter und gebracht. 

Text: Jasmin Stuelpner, Bilder: Ralf Eberhardinger


JDM Reise 2018

Zu besuch bei der tuning firma spoon sports Co. LTD

Als ersten Pflichtbesuch im Bezug auf Tuning Firmen auf unserer Reise haben wir uns für die berühmte japanische Tuning Firma Spoon Sports Co., Ltd.  entschieden. Etwas versteckt im westlichen Randgebiet von Tokyo finden wir schließlich die kompakte Tuningwerkstatt mit separatem Bürogebäude. Spoon Sports steht für die Liebe und Leidenschaft zu Honda. Diese Liebe entstand, wie sollte es anders sein im Motorsport. In den 70er Jahren begann diese Liebelei mit den Honda N Modellen, diese Kleinautos, auch K-Cars genannt, waren sogar auf dem deutschen Markt verfügbar.

 

1988 wurde Spoon Sports Co., Ltd. gegründet und bietet die einzigartige Verbindung, aus optimalem Komfort und bestmöglichem technischem Fortschritt. Um diese Philosophie zu gewährleisten hat  Spoon Sports Co., Ltd. ein hauseigenes Güte- und Prüfsiegel, das die Echtheit und die strengen Qualitätsansprüche nachweist.

Wir hatten das Glück und konnten den ersten Renncivic E-AT sehen, der in den späten 80er Jahren vom Firmengründer  Tatsuru Ichishima, selbst gebaut wurde. Mit diesem Civic haben Ichishima und sein  Team auf den japanischen Rennstrecken nicht nur Erfahrungen sammeln können sondern auch einige Erfolge gefeiert. Dieser bekannte Civic war in einem bemerkenswert gutem Zustand und man hätte theoretisch einsteigen und losfahren können. Wenn man vor dem Wagen steht, spürt man sofort seine Renngeschichte und ich habe sogar eine leichte Gänsehaut bekommen.

Ab den 90 Jahren eroberte Spoon Sports Co., Ltd. schließlich die ganze Welt. Sie drehten ihre Langstreckenrunden auf dem Nürburgring in Deutschland und auf dem Thunderhill in Nordkalifornien und sorgten für Aufsehen in der VLN und im USTCC (United States Touring Car Championship) .

Die tiefe Leidenschaft zu Honda in Verbindung mit Motorsport dauert nun schon über 40 Jahre. Diese Partnerschaft treibt Spoon Sports Co., Ltd. seit dem an, um revolutionäre Tuningparts für den Rennsport und den Aftermarket zu entwickeln. Ihre bekanntesten Entwicklungen sind Carbonmotorhauben sowie andere Aeroteile, Bremsanlagen und effizientere Motorteile, wie auch Fahrwerks-  und Karosserieparts. 

Die Lieblingsfahrzeuge von Spoon Sports Co., Ltd.  sind eindeutig der legendäre Honda NSX, die Honda S2000 und der Civic Type R.

In der Firmengeschichte waren diese drei Modelle immer mit großartigen Umbauten, auf den Rennstrecken in den Firmenfarben Blau-Gelb, zu sehen.

 

Spoon Sports Co., Ltd. ist eine öffentlich zugängliche Werkstatt auf zwei Stockwerken. Da die Werkstatt im 1 OG ist, sind beide Stockwerke mit einem Aufzug für Autos und Carparts verbunden. Die Mechaniker und Besucher müssen die Treppe benutzen. Man kann als Honda Besitzer dort sein Fahrzeug zum Kundendienst oder zum Tuning Umbau vorbeibringen. 

Wir als Besucher durften uns dort auch alles in Ruhe ansehen und konnten den Mechanikern beim Schrauben zusehen. Im Erdgeschoss kann man von der Straße aus zusehen wie im separaten klimatisierten Raum Motoren, Getriebe und Fahrwerksteile bearbeitet und optimiert werden.

Die japanischen Mechaniker arbeiten wie zu erwarten war sehr sauber und gründlich. Ich kann mich nicht erinnern jemals eine so saubere Werkstatt, wie bei Spoon Sports Co., Ltd. gesehen zu haben. Man hätte dort wortwörtlich vom Boden essen können. Wir haben dann eine Weile einem Mechaniker zugesehen, wie er an einer S2000 eine Kupplung getauscht hat, und wie für den neuen Honda Civic Type R FK8 neu entwickelte Spoonparts angepasst wurden.

Auch wenn man mit den Mechanikern nicht reden konnte, ob der „kleinen“ Sprachbarriere, hatte man nie das Gefühl zu stören und unerwünscht zu sein.

In der Werkstatt stand auch ein Honda Civic Type R FD2 zum Verkauf, leider fehlte uns das nötige Kleingeld. Hondafahrer und Fans können auch vor Ort Modellautos, Merchandisingprodukte und Tuningparts kaufen.

Auf der Ausstellungsrampe steht der wohl aktuell berühmteste Civic von Spoon Sports Co., Ltd.

Der Honda Civic Type R FD2. Was aber macht diesen FD2 so besonders ? 

Dieser FD2 ist Halter des Streckenrekordes für Vorderrad betriebene Fahrzeuge auf dem Tsukuba Circuit. Wer noch nichts von Tsukuba gehört habt, es ist einer der berühmtesten Rennstrecken in ganz Japan, wo Tuner seit vielen Jahren Rundenrekorde anstreben. Ganz zu schweigen davon, dass der Track heute in so ziemlich jedem einschlägigen Videospiel spielbar ist.

Dieser FD2 wird  auch im amerikanischen Rennsport, in der  Super Lap Battle x Global Time Attack, von  Daijiro Yoshihara gefahren.  Daijiro Yoshihara ist berühmt geworden durch die Formula D und hat dort auch einen Meistertitel eingefahren. Daijiro ist mit dem FD2 auch in Zukunft auf der Jagt nach neuen Bestzeiten und Rekorden.

 

Wir können jedem der nach Tokyo fliegt nur empfehlen einen Vormittag bei  Spoon Sports Co., Ltd. einzuplanen und ein bisschen japanisches Rennsport- und Tuningfeeling mitzunehmen.

Text: Jasmin Stuelpner, Bilder: Ralf Eberhardinger


JDM Reise 2018

Das BERÜHMTE UDX Parkhaus

Wir alle kennen die berühmte Szene im Tokyo Drift Film, als Sean und Twinkie im giftgrünen VW Touran im japanischen Untergrundparkhaus einfahren. Es ist eine ausgelassene Stimmung und so weit das Auge reicht sieht man nur „fette Kisten“. So ähnlich ging es uns, als wir in Akihabara ins UDX Parkhaus gegangen sind.

 

Akihabara ist das berühmte Elektronik-, Videospiel- und Animeviertel. Hier ist verrückt gerade mal der Standard. Hier blinkt, leuchtet und schillert alles in schrillen Farben. Mitten im Herzen von Akihabara befindet sich nun das UDX Gebäude. Normalerweise bauen die Japaner ihre Häuser eher schmal, aber nicht hier. Das Wahrzeichen des Stadtteils ist das flächengrößte Gebäude mit 4800 qm, das entspricht einem Bundesliga Fußballfeld. 22 Stockwerke voller Shoppingläden, Restaurants und Geschäftsbüros ragen in die Höhe, aber das interessanteste für uns liegt im Untergrund - die 3 Parkebenen!

 

Das UDX ist in Tokyo eins der größten und berühmtesten Parkhäuser. Die extrem flache Einfahrt und die hell erleuchteten Ebenen mit breiten Parkplätzen laden geradezu ein zum Tuning Treffen.

Wir alle kennen die überragenden Bilder von Tuning Events aus dem UDX, die im Internet verteilt sind. Wir hatten zwar nicht das Glück an einem Event teilnehmen zu können, aber das UDX ist auch außerhalb der Events, beliebt um sein Auto sicher und zentrumsnah abzustellen.

Man darf als Fußgänger durch das Parkhaus gehen, muss sich aber an die Regeln halten. Und die Regeln heißen: Kein anderer darf belästigt werden und die Autos dürfen nur angeschaut und nicht angefasst werden.

Das erste was uns aufgefallen ist: Die Japaner stehen auf weiße Autos, egal ob als Daily oder als Liebhaberfahrzeug. Nicht nur wir waren mit der Kamera im UDX unterwegs. Ein Honda Typ R Fahrer hat die unverwechselbare Kulisse des Parkhauses genutzt um seinen Honda von einem Fotografen shooten zu lassen. Ja, so etwas ist erlaubt in diesem Parkhaus, so lange man sich an die Regeln hält. Manche Japaner nutzen das UDX scheinbar auch als Dauerparkplatz, der Besitzer eines Bentleys hat unter seinem Fahrzeug sogar eine Schmutzauffangdecke.

 

Wegen Vandalismus muss sich auch der Besitzer des Nissan Skyline R34 GTR's keine Sorgen machen. Godzilla ist sicher im UDX. Für uns war es ein besonderes Erlebnis, so ein Fahrzeug in diesem Zustand live sehen zu können. Und für alle die jetzt fragen, ja es ist ein echter GTR, es ist sogar ein V Spec II Nür.

Mal etwas anderes zeigte definitiv der Toyota Prius Fahrer. Als Spritsparer kann man auch richtig stylisch durch die City cruisen. Tief mit zweiteiligen Felgen und einer großen Brembo Bremsanlage.

 

Wer es etwas luxuriöser möchte, kommt in dem Fall mit dem Lexus LS 460 auf seine Kosten. Dieser schöne V8 stand direkt an der Einfahrt des Parkhauses.

 

In Deutschland wird man manchmal aufgezogen, wenn ein Auto nicht tief genug ist und als „Busfahrer“ bezeichnet. In Japan gibt es eine ganze Busfahrer-Communitiy – hier werden die 7-Sitzer aus dem Hause Honda und Toyota zu richtigen Hinguckern. Da ist auch Mutti mit ihrem „Pampersbomber“ sehr cool unterwegs.

Aber auch außerhalb vom UDX, auf den Straßen von Akihabara sieht man schöne Fahrzeuge. Hier werden die Legenden noch selbst gefahren und kurz am Straßenrand geparkt, um sich schnell einen traditionell japanischen Snack zu holen. Es lohnt sich also einfach auch irgendwo an einer Kreuzung oder einem schönen Platz kurz Pause zu machen und einfach zu warten auf die schönen Dinge die da kommen werden. 

Text: Jasmin Stuelpner, Bilder: Ralf Eberhardinger


JDM Reise 2018

Alltag und Realität in Tokio - Der Toyota Mirai

Wangan Expressway. GTR`s und Supras rasen durch die Nacht. Nebenan das turbinenartige Geräusch eines umgebauten RX-7. Ein goldener Lamborghini mit Neonlichtern parkt am Rand. So oder ähnlich stellen wir uns alle gerne das autoverrückte Japan vor. Doch der Alltag ist natürlich auch im Land der aufgehenden Sonne ein etwas anderer. Jasmin und Ralf haben bei aller Begeisterung auf ihrer Japanreise auch vor einem „Realitycheck“ der Straßen in Tokyo nicht Halt gemacht und nicht nur erstaunliches festgestellt, sondern auch ein lustiges kleines „Oköauto“ entdeckt.

 

Als wir im Sommer 2018 in Tokyo unterwegs waren, haben wir tatsächlich eine interessante Entdeckung gemacht. Die Japaner sind eben doch alle etwas anders: Hier wird im Straßenverkehr nicht gehupt und auch nicht gedieselt. Das Straßenbild ist im Gegensatz zu den deutschen Großstädten extrem leise. Man hört hier eher die kleinen Mofas, die mit ihren typischen 2-Takt Motoren, durch die City cruisen. Der „Straßenlärm“ ist hier geprägt von „Hybridschleichern“, normalen Benzinern und Wasserstofffahrzeugen.

 

An einem besonders heißen Tag waren wir also auf dem Tokyo Tower in Tokyo. Von der Aussichtsplattform haben wir, an der nächsten Straßenkreuzung, ein großes Volkswagen Zeichen, an einer Hausmauer gesehen und hatten dort ein VW Autohaus vermutet. Wir dachten uns, das müssen wir uns mal anschauen, ob die japanischen VW Autohäuser so aussehen wie die Deutschen. Wir haben dann zwar kein VW Autohaus gefunden aber dafür etwas anderes sehr Interessantes: Etwas überrascht standen wir vor einer etwas „seltsamen“ Tankstelle und einem riesigen Glasgebäude mit nur einem Auto drin.

 

Das mussten wir uns natürlich genauer ansehen und so traten wir von der glühenden Hitze hinein in den voll klimatisierten Showroom, mit dem Toyota Mirai und zwei netten, hübschen japanischen Damen in Dienstuniform. Eine der beiden Damen, kam gleich auf uns zu mit einem Tablet in der Hand und einem sehr sympathischen Lächeln im Gesicht. Nach einer japan-typisch höflichen Begrüßung fing die Dame auch sofort an uns mithilfe ihres Tablets einige Informationen zum Mirai zu geben. Was ist der Mirai, was bedeutet das Wort Mirai, was kann der Mirai, was ist so besonders am Wasserstoff Antrieb? Zur Unterstützung begann auf dem XXL Bildschirm an der Wand eine Informationspräsentation zu laufen.

Das Wort Mirai bedeutet Zukunft. Und das Thema Zukunft wurde hier in jedem Punkt berücksichtigt. Was passiert, wenn es irgendwann keinen Kraftstoff mehr gibt oder der Kraftstoff zu teuer wird? Na dann tankt man einfach Wasserstoff. Es ist eigentlich ganz einfach; Die Lösung für unser Diesel- und Feinstaubproblem ist vielleicht doch greifbarer als man denkt. Ein Auto ohne Emissionen (null Co2),  mit guter Reichweite (ca. 500 bis 650 km) und unkompliziertem, schnellen tanken (ca. 3 bis 5 Minuten).

 

Das Design des Mirai ist einfach und klar, aber durch die großen Kiemen in der Front sehr markant. Das Heck sieht zwar etwas nach dem Helm von RoboCop aus aber ein Zukunftsauto darf vielleicht auch etwas anders aussehen als die durchschnittlichen Mittelklasse Limousinen. In dieser ganzen Optik fehlt der gewohnte Auspuff, den der Mirai aber nicht braucht, denn er „stößt“ nur etwas Wasserdampf aus. In dem „Atmospheric Blue Metallic“ macht der Mirai einen jungen und dynamischen ersten Eindruck. Der Innenraum erinnert ein wenig an ein Ufo aber im positiven Sinn. Es ist alles sehr übersichtlich, bedienerfreundlich, stylisch und modern. Das digitale Tacho Display ist mittig ins Armaturenbrett eingelassen. In der Mittelkonsole ist eine schöne Mischung aus oldschool Knöpfen und Touchbedienfeldern. Natürlich besteht das Interieure wie heute vielerorts aus jeder Menge Plastik, aber immerhin ist es sauber und schön verarbeitet und die Sitze kann man in drei unterschiedlich farbigen Lederausstattungen bestellen. Der Mirai ist ein reiner 4-Sitzer, da es auf der Rücksitzbank auch eine Mittelkonsole gibt. Im Kofferraum ist mit 361 Litern ausreichend Platz.

Aber wie funktioniert nun eigentlich ein Wasserstoff Fahrzeug? Im Chemieunterricht haben wir alle vielleicht einmal die „Knallgasprobe“ gemacht und dabei gelernt, das Wasserstoff durchaus gefährlich ist, wenn er z.B. mit Luft bzw. Sauerstoff in Berührung kommt. Allerdings, Wasserstoff ist nahezu unbegrenzt verfügbar auf der Welt. Wasserstoff lässt sich auch umweltfreundlich herstellen und einfach transportieren und speichern. Der Wasserstoff wird an der Wasserstofftankstelle, wie auch beim Benzin & Diesel, über einen Zapfhahn getankt. Der Wasserstoff wird in zwei speziell entwickelten Karbontanks unter dem Fahrzeuginnenraum gespeichert.  Zum Antrieb des Autos wird der Wasserstoff in die Brennstoffzellen im Motorraum geleitet und reagiert dort mit dem Sauerstoff, der durch die großen, kiemenartigen, Lufteinlässe in den Verdichter gelangt. Durch diese chemische Reaktion entsteht Wasser statt Abgas und schließlich auch die Elektrizität, die den Elektromotor antreibt. Zusätzlich wird in einer separaten Batterie die Bremsenergie gespeichert und als Unterstützung z.B. beim Überholen eingesetzt. Diese Batterie kann man auch extern über einen normalen Hausstromanschluss laden und das Auto zur Not auch damit fahren. Der Elektromotor hat eine Leistung von 155 PS mit 335 NM mit einer Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h. Brennstoffzellenautos sind damit vermutlich auch nicht mehr oder weniger gefährlich wie die normalen Verbrennermotoren. Explodieren tun Brennstoffzellenautos eigentlich nur in Actionfilmen. Ein Leck in der Leitung ist sehr unwahrscheinlich, aber wenn doch eins auftreten sollte, gibt es einige Sicherheitsventile und Sensoren. Diese Sensoren und Ventile schützen das Fahrzeug auch im Falle eines Unfalls.

 

Der Mirai zeigt wenigstens nun einmal wie ein echter Wendepunkt in der Automobilität aussehen könnte.  Er ist total „öko“ und dabei doch irgendwie auch „stylisch“. Und bevor jetzt wieder die großen Diskussionen anfangen, natürlich muss auch der Wasserstoff produziert werden usw. aber uns geht es hier auch nur darum einen Blick in ein anderes „Autoland“ zu eröffnen und deren Umgang mit den aktuellen Herausforderungen zu zeigen. Abgesehen davon: So verrückt wie die Japaner sind wird es bestimmt für dieses Auto in naher Zukunft auch Tuningteile geben, damit der junge „Öko“ von morgen die „Soko Poser“ in den Diesel-gesperrten Innenstädten ärgern kann.

Text: Ralf Eberhardinger, Andreas Leffler Bilder: Ralf Eberhardinger, Jasmin Stuelpner


JDM Reise 2018

Toyota Mega Web Tokyo - Sonderausstellung

Im Sommer 2018 waren unsere Jasmin und ihr Ralf auf großer Japan- und JDM Tour quer durch das Land der aufgehenden Sonne. Ihre Erlebnisse haben wir hier für euch gesammelt und werden euch nun Artikel für Artikel ins gelobte Land der JDM Fangemeinde mitnehmen. Viel Spaß und schöne Reiseträume

Die Autoindustrie in Japan ist ähnlich wie in Deutschland aufgestellt, nur was bei uns BMW, Audi, VW und Co sind, sind dort eben Honda, Nissan, Toyota  und Co. Bei uns gibt es beispielsweise die BMW Welt und dort gibt es im Hafen von Tokyo eine kleine künstliche Insel mit dem Toyota Mega Web. Das Toyota Mega Web ist ein gigantisches Einkaufszentrum mit einem Toyota Themen Park rund um die Toyota Modelle und das Thema Mobilität. Im Sommer war hier noch eine große Sonderausstellung, um den ersten Toyota Sieg beim großen 24h Rennen von LeMans zu feiern. Das japanische Interesse an den europäischen Langstrecken- bzw. Ausdauerrennen begann schon in den 50er Jahren, der erste Angriff begann in den 70er Jahren. 1985 startete auch Toyota mit dem Toyota 85c. Das Ziel war damals wie auch heute, die 24 Stunden durchzuhalten und natürlich zu gewinnen. Es dauerte bis zum endgültigen Sieg 33 Jahre. Dann, 2018 stürmte die Marke Toyota mit einem Hybrid das erste mal in der Geschichte, das Siegerpodest.

In den 33 Jahren wurden aus jedem Rennen, jedem Rückschlag und jedem Etappensieg die gewonnen Erfahrung genutzt. Diese aber wurde nicht nur für den Rennbetrieb genutzt sondern auch für den Serienbau, der Alltagsfahrzeuge und so wurden aus Erfahrungen Legenden. 

Ohne dieses Rennen gäbe es vielleicht keinen Toyota GT-One mit 380 km/h Höchstgeschwindigkeit oder auch nicht den legendären Supra. (Für alle die jetzt schimpfen wollen, für uns ist es auch DIE Supra.) Für die Motorenentwicklung, ist der Renneinsatz sehr wichtig, wie man auch an dem Einsatz von Hybrid Motoren seit 2012 erkennt,  bei dem übrigens auch ein deutsches Entwickler Team beteiligt war. Die Toyota Motorsport GmbH in Köln.

Die verschiedenen Toyota Rennfahrzeuge können in dieser Ausstellung kostenlos und bis spät in die Nacht besichtigt werden. Es war ein richtiger Geheimtipp, dieses Sonder-Museum ohne extreme Absperrungen. Man konnte ganz nah an die Autos ran und ihre Renngeschichte förmlich spüren. Die Autos sprechen eigentlich für sich aber wer etwas mehr Informationen wollte, konnte sich auf den vielen Informationstafeln tiefer in die Materie einlesen. Also, auch wenn die Ausstellung bereits nicht mehr gezeigt wird, wenn ihr mal in Tokyo seid, vergesst nicht dem Toyota Mega Web einen Besuch abzustatten. 

Text: Ralf Eberhardinger, Bilder Ralf Eberhardinger, Jasmin Stuelpner. 


Mitsubishi Lancer Evolution X

Bestes Auto trifft schlechte umstände

Wer heute zum Mitsubishihändler geht, die übrigens zumindest bei uns in der Gegend gar nicht mehr so einfach zu finden sind, der sucht vermutlich ein praktisches Auto mit Stauraum, eine gute Ökobilanz oder eine von A nach B Kutsche zum günstigen Preis. Doch es ist noch gar nicht so lange her, als es noch richtige Helden beim Mitsubishi Händler zu finden gab. Mitsubishi 3000GT, die Konkurrenz für deutsches Sportwagenblech aus Zuffenhausen mit Allradantrieb und Allradlenkung, der Eclipse ein bezahlbares Sportcoupe mit fantastischem Design und nicht zuletzt der Lancer Evo, den man ab 1992 kaufen konnte. Heute sprechen wir über den vielleicht Letzten seiner Art, den Lancer Evolution X. Mein persönliches Herocar!

 

Ich habe in meinem Leben einige Hundert Autos getestet, gefahren und auch ein paar Dutzend besessen. Eines dieser Fahrzeuge war der Evo X und immer wenn mich die Menschen fragen, was mein Lieblingsauto war, unter all diesen Boliden, dann sage ich - es war ein Mitsubishi. Das führt zumeist zu ungläubigen Staunen und dann beginnt die Geschichte, so wie sie hier beginnt: Eines Tages sehe ich einen Evo X bei einem Straßenhändler stehen und denke mir - der sieht aber ganz schön mutig aus, für eine Mittelklasselimousine aus dem fernen Osten. Da mein Vertrauen in Fähnchenhändler nicht ganz so groß ist, suche ich mir einen Evo-Fachmann und stelle meinen BMW 645 bei ihm ab, während ich mit dem Evo eine Runde drehe. Diese Runde hat alles, was ich über die Physik des Autofahrens zu wissen glaubte auf den Kopf gestellt. 

 

Etwa zwei Monate später war der BMW Geschichte und ein schwarzer Evo X stand bei mir in der Garage. Der X wurde von 2009 bis 2016 gebaut und als GSR „Handschalter“ oder als „MR“ mit Doppelkupplungsgetriebe verkauft. Letzterer war voll gepackt mit coolen Extras wie Xenon, Navigationssystem, 10GB Musikdatenbank, einer 710 Watt Rockford Fosgate Audioanlage mit fettem, serienmäßigen Subwoofer im Kofferraum, Recaro Sportsitzen und vielem mehr. Aber das Wichtigste: Brembo Bremsanlage, geschmiedete 18 Zoll BBS Felgen, Bilstein-Fahrwerk mit Eibachfedern, Allradantrieb und einem aktiven Mittendiffernenzial sowie einem elektrohydraulischen Hinterachsdifferential. Gewürzt mit einer Portion japanischer Feenmagie ergab diese Mischung das beste Auto, das ich je gefahren habe. 

 

Doch gehen wir nochmals einen Schritt zurück: Als ich noch den BMW gefahren habe, blieben regelmäßig Menschen vor dem Auto stehen und haben ihn ehrfürchtig betrachtet. Väter haben ihn ihren Kindern gezeigt, Frauen magnetisierten sich fast von selbst und junge Männer sahen ihren Traum in Blech. Als der BMW dem Evo wich, änderte sich das. In den knapp zwei Jahren, als ich ihn besessen habe, hat sich exakt ein Kind an einer Tankstelle für den Wagen interessiert. Der Kleine kannte den Evo aus einem Computerspiel. Ein japanischer Mittelklassewagen mit fetter Frittentheke zieht offensichtlich weder Frauen an, noch begeistert er Väter. Vielleicht liegt es einfach daran, dass den Wagen fast niemand kennt und selbst die, die ihn kennen, haben meist keine Ahnung. 

 

Zu jeder Zeit war ich also bei einem Autoevent eines großen europäischen Autoherstellers zu Gast. Wir Presseleute saßen nach einem erlebnisreichen Tag beim Abendessen und bereiteten uns mit allerlei Autogeschichten auf den Rennstreckenbesuch am nächsten Tag vor. Eine Geschichte ging so: Letztens habe ich den Evo zum testen bekommen und habe mich unglaublich gefreut. Dann habe ich ihn gefahren und war total enttäuscht, ich weiß überhaupt nicht was daran besonders sein soll. Ein anderer stimmte ein. Am nächsten Tag auf der Rennstrecke stellte ich schnell fest, weshalb sie den Evo nicht verstanden haben, schlicht und ergreifend weil sie keine Ahnung von Autofahren hatten. Und selbst in der Tuningszene, wo es so viele selbst ernannte JDM Experten gibt hört man immer wieder: Der Evo X ist scheiße, der 9er ist besser und wenn den X, dann aber den Handschalter. Bleibt die Frage, wieviele der sogenannten Experten schon einen Evo besessen oder auch nur gefahren haben, geschweige denn einen 9ner und einen 10ner?! Das bringt mich zum wichtigsten Punkt dieses Artikels: Der Evo ist das vielleicht am meisten missverstandene Auto. 

 

Steigen wir also ein. Man sitzt irgendwie zu hoch. Der Rückfahrpieper ist keine Einparkhilfe sondern nur ein nerviges Piepsgeräusch, welches das versammelte Umfeld warnt, dass hier jemand rückwärts herum rangiert. Im „Normal“ Modus spricht der Wagen an wie so ein durchschnittlicher Mittelklassesportler halt anspricht wobei der Evo selbst bei gemäßigter Fahrweise Benzin weg raucht, wie ein Kettenraucher seine drei Schachteln am Tag. So weit, so freudlos. Doch dann knipst man den Modus von Sport auf Supersport, sucht sich eine leere und kurvige Landstraße und die gar nicht mal so üppig anmutenden 295 PS entfachen in Verbindung mit den ganzen Differentialen, dem Allrad, der Gewichtsverteilung, dem Fahrwerk ein Feuerwerk der guten Laune, wie ich es noch nie erlebt habe. Edelblech aus Süddeutschland, Supersportwagen aus Italien oder auch ein Motorrad, auf einer kurvigen Landstraße alles nur Opfer für den Evo. Du erreichst hier eine Querbeschleunigung, die dich weit in den Bereich des „sofortigen Führerscheinentzugs“ katapultier und der Evo will das. Er ist kein sanfter Gleiter, dafür ist er zu rau und zu ruppig. Der Evo will hart geritten werden und das musst du ihm geben. Eine solche Tour in dem Auto und du bist ihm verfallen wie einer unanständigen Geliebten, von der du weißt, dass sie dein Leben kompliziert machen wird. 

 

Denn der Evo kostet dich genau so viel wie die Geliebte. Unter 11 Liter Super-Plus konnte ich ihn selbst bei gemäßigtster Fahrweise nicht bringen, 13 Liter schaffst du eigentlich immer und wenn du eine wilde Nacht mit ihm hast, dann ist der lächerlich kleine 55 Liter Tank im Handumdrehen verdampft. Dazu hätte er gerne alle 6 Monate einen Ölwechsel, die Bremsen leiden natürlich auch unter der artgerechten Bewegung und als dickes Ende kommt die Versicherung. Nach ca. 20 Jahre unfallfreiem Fahren hat mir die Versicherung immer noch etwa 2000 Euro/Jahr für ein bisschen Evo-Spaß abgeknöpft. So hat es mich schließlich erwischt und unsere Wege haben sich getrennt, denn ich konnte mir die Liebe nicht mehr leisten. 

 

Dennoch, ich bereue keinen Autoverkauf mehr als diesen. Auf der Autobahn laut bis mäßig unterhaltsam, in der Stadt unübersichtlich bis durstig aber einmal Rennstrecke oder Landstraße und du hast all das vergessen. Noch besser wird es im Winter. Wahlschalter von Asphalt auf Schnee und es ist völlig egal welcher Blizzard um dich herum tobt: Der Evo geht los wie von der Tarantel gestochen, während die Familienpapas neben an noch dabei sind ihre pseudo-Gelände SUV`s auszugraben. 

 

Einer der letzten automobilen Helden, herrlich unvernünftig und auch nicht perfekt aber in seiner Welt der absolute Herrscher über Kurven und Eis. Jeder der euch erzählt, der Evo wäre „scheiße“ beweist damit nur, dass er ihn nicht verstanden hat und jeder der einen besitzt, ist zu beneiden, zumindest von mir. Ach je, jetzt habe ich es wieder, das Fieber. Vielleicht riskier ich es doch noch einmal. So eine unanständige Geliebte hat ja auch etwas!

Text: Andreas Leffler, Bilder: Andreas Leffler


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Nissan 350Z

gebrauchter Driftking sucht Liebe

Der Nissan 350Z ist spätestens seit dem Film „Tokyo Drift“ ein äußerst beliebter Wagen in der Tuningszene. Mich selbst hat er über zwei Jahre meines Autolebens begleitet und so hatte ich ausreichend Zeit seine zahlreichen Vor- und Nachteile heraus zu finden. Vorweg: Nur selten bekommt man so viel Spaß und ein so cooles Design für den Preis eines osteuropäischen Kleinwagens, als wie beim Kauf eines gebrauchten 350Z. Allerdings hat das Auto auch ein paar Nebenwirkungen mit denen man dann eben leben muss. 

 

Erstkontakt

Ich finde das Design des 350Z ist eines der gelungensten Sportwagendesigns der letzten 15 Jahre. Ja, klar, dies ist jetzt subjektiv, aber ganz ehrlich und objektiv, das Ding gab es zu Beginn seines Lebenszyklus im Jahr 2003 ab ca. 34.000 Euro und es sieht aus wie eine Rennstreckensau par excellence. Der Hintern ist super-fett, die geschwungene Seitenlinie wunderschön und die Front, naja, ne Front hat er eben auch. Nobody is perfect. 

Drinnen herrscht dann leider japanische Plastiktristesse der anfänglichen 2000er. Das ist alles nicht wirklich schlecht, aber halt auch nicht wirklich schön. Positiv: Die Zusatzinstrumente sind sportlich angeordnet und viele Zettis (zumindest deutsche Wägen) haben eine passable Grundausstattung wie Leder gepolsterte pseudo-sportliche Sitze mit teilelektrischer Verstellung, Sitzheizung, ein Bose Soundsystem, Klima und ein Multifunktionslenkrad. Aber man kauft so ein Auto ja nichtzwingend wegen dem „schöner-Wohnen-Faktor“ sondern wegen dem Spaß auf der Straße. Als kleiner Tipp sei hier noch erwähnt, die „Serienausstattung“ beim Z ist bei den deutschen Fahrzeugen „Autobahn-angepasst". Bei US Importen ist dies oft nicht der Fall. 

 

Auf der Straße

Der Z ist ein Sportwagen, kein Supersportwagen, aber eben doch ein Sportwagen. Mein eigener Z, von dem der Großteil dieser Geschichte handelt, auch wenn ich einige andere getestet habe, ist ein 2005er 35th Anniversary Edition mit dem 301 PS Motor. Beschleunigung laut Prospekt 5,8 Sekunden von o-100 km/h. Durch die nachträglich aufgezogenen 19Zöller und ein ordentliches Gewindefahrwerk ist der 350Z ein wirklich fahraktives Auto und ein erstklassiger Kurvenräuber. Mein Mechaniker sagte mal, dass ist der Wagen mit der besten Straßenlage, den er je gefahren hat. Gut, mein Mechaniker hat auch noch nie einen Evo gefahren, aber das ist eine andere Geschickte. Fakt ist, man kann mit dem Z wirklich Spaß haben und die Kraft reicht leicht für alles was so auf Deutschlands Straßen erlaubt ist. Also neutral betrachtet finde ich braucht man nicht mehr Auto als einen 350Z, auch wenn man Spaß haben will. Allerdings ist das mit dem „brauchen“ ja auch immer so eine Sache. Schließlich ist das Gute stets des besseren Feind. Auf der Autobahn zeigen sich dann erste Problemchen wenn der Vortrieb jenseits der 200 km/h deutlich nachlässt und man von einem deutschen Vertreter-Diesel-Kombi von der linken Spur vertrieben wird. Aber mal davon abgesehen - it`s a ton of fun! Naja, außer man fährt das Ding in der Stadt im Stop and Go Verkehr, das ist weniger lustig, aber das würde ich einem Freigeist wie dem Z eh nicht antun. 

 

Motor, Mythen und Gewichtsprobleme

Kauft man sich einen Z geht es heute wie damals immer zuerst um die Motordiskussion. 280, 301 oder 313 PS ist die Frage. Generell wird meist der 313 PS mit dem neuen VQHR35 Motor als „beste“ Maschine bewertet. Diesen gab es ab 2007. Aber so oder so, für knapp 34.000 Euro Neupreis bekommt man kein extra entwickeltes Rennaggregat und es mag für den einen oder anderen enttäuschend sein, aber der 350Z ist kein für die Rennstrecke gebauter Superflitzer wie etwa der Nissan Skyline GTR sondern ein günstiger Sportwagen für Jedermann. So habe ich erst heute wieder die spannende Frage in einem Z-Forum gelesen: Welches Benzin tankt ihr mit eurem Z? Tankt ihr alle hochwertigen Stoff von der Markentankstelle oder das „normale „ Super-Plus von der Billigtanke? Hmm, ich sage mal so: Der VQ35DE Motor vom Z wurde z.B. auch in Papas Murano SUV oder in Tante Käthes Renault Vel-Satis verbaut. Frage damit beantwortet? Es ist also kein super-high-end Produkt aus einem 500.000 Dollar Supersportwagen. Klingt deprimierend, ist es auch ein bisschen, aber es tut dem Spaß beim Fahren dennoch keinen Abbruch. 

Ein weiterer Mythos ist das Ölproblem beim Z mit dem 301 PS Motor. Ich persönlich hatte das nicht und auch sonst nie Probleme mit der Maschine. Ich habe aber auch schon mehrfach gelesen, dass es im Wesentlichen auf das Baujahr 2006 begrenzt war. 

Kommen wir also zum Hauptproblem des Z: Das Gewicht. Das Ding steht nicht nur voll fett auf der Straße (im positiven Sinne), sondern er ist auch im wirklichen Leben ein Pummelchen. 1600-1700 kg für einen kleinen Sportwagen mit 2 Sitzen und recht übersichtlichem Kofferraum sind heftig und damit erreicht er fast das Gewicht von einem Mustang GT mit immerhin 427 PS und 5.0 V8 Motor. 

Der Nismo 350Z ist eine ganz andere Baustelle. Danke an Mx-5 Welt in Ingolstadt für die Testfahrt. 

Mein persönliches Resümee

Wir halten also fest, zum echten Driftking fehlen dem Z entweder ein paar Pferdchen oder er muss abspecken. Aber für die meisten Fahrer im realen Leben ist das ehrlich gesagt auch egal, weil der Z immer Spaß macht. In einem amerikanischen Z Forum habe ich mal folgende Feststellung des Moderators gelesen: Alle fragen mich immer was sie an ihrem 350er zuerst modifizieren sollen, Fahrwerk, Felgen, Motor oder doch Auspuff? Das Teil mit den meisten Fehlern aber bin ich selbst. Ein schöner Gedanke und mal ganz ehrlich, ein Auto mit ca. 300 PS muss man erst mal fahren können. Also nicht immer alles auf den Wagen schieben! Persönlich finde ich Fahrwerk, Felgen, Auspuff dennoch interessant für Umbauten. Beim Motor wird es jedoch schwieriger. Da es ja kein Turbo ist, braucht man einen ebensolchen im Nachrüstsatz, um der ganzen Fuhre richtig Dampf zu machen. Das allerdings ist nicht ganz günstig, vor allem wenn man es vernünftig mit einer dauerhaften Lebenserwartung machen möchte. Aber hier liegt vielleicht auch ein großes Plus des Z. Ein 3,5 Liter 6-Zylinder ist noch ein richtig dicker und meist gesunder Motor, nicht so ein kleiner Miniturbo-Pupser wie sie heute gerne verbaut werden. Vielleicht einer der Letzten seiner Art, also muss man ihn einfach feiern. Ach ja, und ehe ich es vergesse, falls ihr ein bisschen mehr Geld dabei habt und einen echten Exoten sucht, dann macht euch auf die Suche nach dem extrem seltenen und in Deutschland niemals offiziell verkauften Nissan 350Z Nismo. Wenn ihr nichts gegen seltsam anmutende eckige Heckstoßstangen habt, dann bekommt ihr hier den für mich besten Z aller Zeiten. Abgespeckt (muss man noch mit dem Schlüssel aufsperren) und viel stabiler als der normale Z bekommt ihr zwar auch „nur“ 310 PS aber dafür ein ganz anderes, viel aggressiveres und direkteres Fahrgefühl. Danke nochmal an MX-5 Welt in Ingolstadt, dass ich die Nummer 2 aller gebauten 350Z Nismos mal fahren durfte. Wenn ihr euch also jetzt auf die Suche macht, greift schnell zu, solange es noch ein paar 350er unter 100.000 km gibt und passt vor allem auf die vielen abgerockten Bastelbuden auf. Viele Z`s brauchen dringend ein bisschen Liebe und Zuneigung, dann aber könnt ihr einen Freund für viele glückliche Jahre bekommen. 

Text: Andreas Leffler Bilder: Andreas Leffler, Stefan Hoiß, Yannic Penzkofer


Nissan 370Z Nismo

Schnell, Wild und eine alternative zu deutschem edelblech?

Vorweg, was immer ich über den 370Z Nismo schreibe und denke, ich bin Nissan außergewöhnlich dankbar, dass sie mit dem 370Z und dem GT-R noch richtig emotionale Autos ausliefern und nicht nur diesen ökologisch korrekten und megalangweiligen Familienkutschenramsch, wie er dieser Tage so oft aus dem Land der aufgehenden Sonne zu uns rollt. Emotional bin ich also ein Nissan-Fanboy. Ob der 370Z Nismo auch objektiv hält was er auf den ersten Blick verspricht, dass fasse ich hier kurz für euch zusammen. 

 

Nismo, also sozusagen Nissan Motorsport ist ja schon seit vielen Jahrzehnten eine Legende, zumindest in anderen Ländern. Bei uns kannten bis vor wenigen Jahren nur wenige Eingeweihte den Namen, der anderenorts vielleicht mit Firmen wie AMG verglichen wird. Haben doch schon in den 90ern Nismo Skylines die Konkurrenz in Grund und Boden gefahren. Was ich persönlich ein bisschen merkwürdig finde ist allerdings, dass Nismo in Deutschland zwar jetzt präsent ist, aber nicht nur als Premiereauto Juke gewählt hat, sondern vor allem auch durch sehr homöopathische PS Steigerungen auffällt, statt durch echt brachialen Zugewinn von Spaß und Leistung. Aber wir werden sehen. 

 

Erstkontakt

Ich mag den 370Z und fast alles was ihm noch fehlt hat der Nismo dabei. Eine mutige und auf Krawall gebürstete Optik, das perfekte Auto für die Fast & Furious Generation. Leider wurde die fette Frittentheke die mein Testwagen noch besitzt inzwischen durch den Facelift vom Auto verbannt. 344 PS klingt aber immerhin recht schnell und die dicken Endrohre versprechen die entsprechende Soundkulisse. Also einsteigen - damals leider noch ohne die inzwischen erhältlichen super coolen Recaros. Innen hat sich seit dem 350Z alles zum Besseren gewendet und man sitzt in einem zeitgemäßen Cockpit mit Navi, Bose-Sound und allem was japanische Autohersteller ihren Fahrzeugen sonst noch gerne spendieren. Leider ist mir die Mittelkonsole schon aus dem wenig impulsiven Murano meines Vaters bekannt und zeugt nur mäßig von Sportsgeist, aber das wollen wir einmal nicht so genau nehmen, vor allem weil die Aufpreisliste sehr kurz respektive nicht vorhanden ist - soll heißen, dass Ding kommt tutti completti. 

 

Auf der Straße

Der 370Z Nismo ist ein guter Sportwagen. Die Fahrwerksabstimmung ist sehr gelungen und auf kurvigen Landstraßen macht der Wagen, wie eigentlich alle Z`s, richtig Spaß. Da hilft auch die sehr gute Gewichtsverteilung von 45 Prozent hinten und 55 Prozent vorne. Auf der Autobahn schiebt er bis zu den begrenzten 250 km/h ordentlich, wenn auch nicht so, dass man Herzflattern bekommt. Aber er liegt ruhig und vermittelt eine gewisse Souverenität. Einzig in der Stadt ist mir der Wagen zu unpraktisch, zu pummelig und zu unübersichtlich. Aber ganz ehrlich Autos wie der 370Z sind sowieso mehr für Freilaufgehege und nicht für Käfighaltung gemacht. 

 

Die 350, 370, Nismo Frage

Wir sprechen hier über drei Autos die sich sehr ähnlich sehen und viele von euch überlegen sich vielleicht einen gebrauchten „Zetti“ zu kaufen. Die Frage ist nur - welchen? Karosserie bedingt sind sich die drei sehr ähnlich und damit auch ähnlich im Fahrverhalten und im Platzangebot. Vorne geht es vor allem für große Fahrer überall ein bisschen beengt zu, und der Kofferraum ist stets mehr „so ok“ (aktuell 235 Liter beim 370Z Coupe incl. Nismo) als berauschend. Innen ist der 370Z wirklich schöner als der 350Z und wirkt um einiges hochwertiger. Natürlich kommt er auch mit ein paar PS mehr: Der 350Z hat 280-313 PS, der 370Z aktuell 328 PS und der Nismo 344 PS. Preislich liegen zwischen einem abgerockten 350Z von 2003 und einem neuen Nismo 370 Welten, aber blicken wir einmal nur auf gut erhaltene Exemplare mit wenig Kilometern (davon gibt es übrigens nicht mehr so viele 350er). Für einen guten 350Z mit wenigen Kilometer und dezentem Tuning zahlt man immer noch um die 15.000 - 20.000 Euro. Für nur wenig mehr bekommt man schon einen 370Z. Die billigsten Nismos mit wenigen km auf der Uhr gibt es tagesaktuell ab ca. 31.000 Euro. Lohnt sich der Nismo also? Optisch und ausstattungsbereinigt in jedem Fall! Wenn ich nur einen Racer möchte bleibt die Frage ob ich die 10.000 Mehrpreis nicht in einen Kompressorkit und ein Gewindfahrwerk für einen 350 oder 370 investiere. Aber persönlich würde ich dennoch zum Nismo greifen wenn ich das Geld hätte. Er ist einfach eine runde Sache oder aber ihr findet einen der super seltenen 350Z Nismo, an den habe ich nur gute Erinnerungen. 

 

Mein persönliches Resümee

Neu kostet der 370Z Nismo 46.880 Euro. Das ist eine stolze Summe aber andererseits ausstattungsbereinigt deutlich günstiger als die deutsche Konkurrenz. Ein Audi TTS Coupe mit „nur“ 310 PS etwa startet mit ca. 51.000 und da sind viele Goodies noch nicht mit dabei. Allerdings beschleunigt bereits der 34 PS schwächere Audi deutlich schneller laut Werksangabe. Er braucht nur 4,9 Sekunden von 0-100, während der Nismo 5,2 braucht. Auch CO2 Emission und Durchschnittsverbrauch sprechen nicht wirklich für den Nissan. Schade eigentlich, denn viel fehlt nicht zum perfekten Sportwagen für günstiges Geld. Das Hauptproblem der Z Reihe ist ja schon seit Erscheinen des 350Z Anfang der 2000er Jahre das Gewicht. Er hat zwar schon abgespeckt, aber ein Leichtgewicht ist er immer noch nicht. Alles in allem ist der Nismo in jedem Fall eine gute Alternative, der vor allem als Jahreswegen mit wenigen Kilometern sehr viel bietet für den Euro. Die Fahrleistungen sind gut und mehr als ausreichend für automobilen Spaß und Alltag, das Design ist cool und die Ausstattung sehr ordentlich. Nur für den Schritt auf den Thron der zweisitzigen Coupes „um die 50.000 Euro“ fehlen noch ein paar Details. Ein bisschen mehr Biss im Sound, ein paar PS mehr, ein paar Kilo weniger und vielleicht ja auch das öffnen der 250 km/h Sperre? 

Text: Andreas Leffler Bilder: Marcel Hausmann Model: Natasa Smoljanovic



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